Unfall in Costa Rica
Boeing 757 von DHL bricht nach Landung auseinander

Eigentlich hätte der 757-Frachter des Logistikriesen DHL von San José in Costa Rica nach Guatemala Stadt fliegen sollen. Doch kurz nach dem Start meldete die Crew Hydraulikprobleme und kehrte zurück. Am Ende lag die 757 neben der Runway – zerbrochen in zwei Teile.

Boeing 757 von DHL bricht nach Landung auseinander
Foto: Screenshot Video (via Twitter)

Die gute Nachricht vorneweg: Der Besatzung geht es gut. Beide Piloten sind wohlauf und konnten das Wrack ihres Flugzeugs ohne ernste Blessuren verlassen. Auch am Boden gab es offenbar keine Verletzten, wie aus San José de Costa Rica zu hören ist. Doch der DHL-Konzern hat ab sofort eine Boeing 757 weniger. Der Frachter von DHL Aero Expreso, einer Konzerntochter mit Sitz in Panama, liegt zerbrochen im Gras, direkt neben der Landebahn des Flughafens von San José. Dabei war die Maschine am Vormittag des 7. April eigentlich schon unterwegs nach Guatemala Stadt gewesen, wo ihre Ankunft unter der Flugnummer D07216 für 10:25 Uhr Ortszeit vorgesehen war. Dieser Flug findet regulär einmal pro Woche statt. Doch dieses Mal kehrten die Piloten kurz nach dem Start um. Was war passiert?

Unsere Highlights
Empfohlener redaktioneller Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogenen Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzbestimmungen.
Empfohlener redaktioneller Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogenen Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzbestimmungen.

Hydraulikproblem als Auslöser

Das Flugunfall-Portal Aviation Herald hat die Geschehnisse rekonstruiert. Der geschilderte Hergang deckt sich mit Angaben der Flughafenfeuerwehr, die von lateinamerikanischen Medien zitiert werden. Demnach war Flug D07216 wie geplant um kurz nach 9:30 Uhr Ortszeit in San José gestartet. In einer Flughöhe von 21 000 Fuß (6.400 Meter) bemerkten die Piloten jedoch einen Hydraulikfehler an ihrer gut 22 Jahre alten Boeing 757. Sie erklärten über Funk via "Mayday"-Ruf eine akute Luftnotlage und entschieden sich, zum Startflughafen San José zurückzukehren. "Das Flugzeug ging in eine Warteschleife, während die Besatzung die entsprechenden Checklisten abarbeitete", so der Aviation Herald. Rund 50 Minuten nach dem Start schwebte die Boeing, die das Kennzeichen HP-2010DAE trägt, schließlich auf der Landebahn 07 zur Landung ein und setzte auf.

Allerdings gelang es der Crew im Anschluss nicht, den Jet unter Kontrolle zu halten. Auf Videos von vor Ort ist die 757, mit qualmenden Reifen und ohne Schubumkehr, rollend auf der Runway zu sehen – bis sie auf einmal in einen Rechts-Drift ausbricht, sich um 180 Grad zu drehen beginnt, dabei von der Bahn abkommt und in eine Vertiefung hinabrutscht. Infolgedessen brach offenbar das Hauptfahrwerk, das Heck der Maschine knallte auf den Boden – und die 757 zerbrach in zwei Teile.

Empfohlener redaktioneller Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogenen Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzbestimmungen.
Empfohlener redaktioneller Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogenen Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzbestimmungen.

Konvertierter Airliner

Bei dem verunfallten Flugzeug handelte es sich um die 757-200 mit der Seriennummer 29610, die Ende1999 bei Boeing in Renton aus der Halle gerollt war. Zunächst als Airliner für Far Eastern Transport und EVA Airways aus Taiwan im Einsatz, ging der Zweistrahler im Sommer 2010 in die USA zum Unternehmen Aerolease. In dessen Auftrag wurde die 757 zum Frachter umgerüstet. Im Herbst 2010 begann sie ihre zweite Karriere, noch immer im Eigentum von Aerolease, bei DHL Aero Expreso. Jetzt ist sie ein Fall für den Verwerter – und die 757-Flotte der DHL-Tochter schrumpft von vier auf nunmehr noch drei Flugzeuge.

Die aktuelle Ausgabe
FLUGREVUE 01 / 2023

Erscheinungsdatum 04.12.2022

Abo ab 14,00 €