Belavia aus Belarus darf wieder Boeing-Teile beschaffen - USA erteilen Freigabe

Belavia und Boeing-Ersatzteile
Belavia erhält US-Freigabe für Boeing-Teile und Software-Updates

ArtikeldatumVeröffentlicht am 03.11.2026
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Belavia, Boeing, 737, Weißrussland, neue Lackierung
Foto: Belavia

Weißrusslands Flag Carrier Belavia erhält für seine 737-Flotte wieder Ersatzteile und Software direkt von Boeing aus den USA. Möglich machen soll das eine Genehmigung des US-Handelsministeriums, die dem Flugzeughersteller die Zusammenarbeit mit der belarussischen Fluggesellschaft erlaubt.

Nach Angaben des belarussischen UN-Vertreters fiel die Entscheidung Ende Oktober, wie die Nachrichtenagentur BelTA am 31. Oktober berichtete. Eine Bestätigung von US-Seite liegt bislang nicht vor. Handelsministerium und Boeing haben sich auf Anfrage von Aviation Week noch nicht geäußert.

Belavia gibt außerdem an, schon zuvor eine ähnliche Erlaubnis des US-Finanzministeriums erhalten zu haben. Beide Genehmigungen ebnen aus Sicht der Airline den Weg für den Kauf neuer Boeing-Flugzeuge.

Kurswechsel in Washington

Die USA hatten Belavia ab 2022 sanktioniert, im September 2025 aber ihren Kurs geändert. Damals nahm das Bureau of Industry and Security sechs Boeing 737-800 sowie je eine 737-300 und 737-8 der Airline aus den Restriktionen heraus. Betrieb, Wartung und Ersatzteilversorgung dieser Jets wurden damit wieder möglich. Die Entscheidung war Teil einer breiteren Lockerung der Sanktionen gegen Belarus, mit der Washington die Annäherung an Staatschef Alexander Lukaschenko suchte.

Parallel dazu hat Belavia ihre Flotte erweitert. 2025 und 2026 kamen drei Airbus A330-200 über ein kompliziertes Firmennetzwerk zur Sanktionsumgehung hinzu. Im Juni 2026 folgten drei weitere Boeing 737-800.

Luftraumverbot bleibt

Aus dem europäischen Luftraum ist Belavia seit 2021 verbannt. Auslöser war die erzwungene Landung von Ryanair-Flug FR4978 in Minsk, mit der die belarussischen Behörden einen Oppositionellen festnehmen ließen. An dieser Lage ändert die US-Entscheidung kurzfristig nichts. Der Linienbetrieb konzentriert sich weiterhin auf Ziele in Russland, im Nahen Osten und in Asien.

Potenzieller Export nach Russland?

Der kontroverse Punkt ist weniger die formale Genehmigung als die Frage, wie Endverbleib und Weitergabe kontrolliert werden. Bedenken gibt es vor allem, dass in Belarus beschaffte Komponenten oder Software an russische Betreiber weitergeleitet werden könnten, die weiterhin von den Lieferketten von Boeing und Airbus abgeschnitten sind.

Dass Umgehungswege im Teilehandel real sind, zeigt ein aktueller Strafprozess in den USA. Ein früherer Aeroflot-Mitarbeiter wurde in Florida wegen der illegalen Ausfuhr von US-Flugzeugteilen im Wert von mehr als 900.000 US-Dollar nach Russland verurteilt. Die Lieferkette sei dabei über Drittländer wie die Vereinigten Arabischen Emirate und China verschleiert worden.

In dem Verfahren verwiesen US-Ermittler darauf, dass falsche Endbestimmungen und Umleitungen das Exportrecht nicht außer Kraft setzen. Details zu Kontrollmechanismen gibt es keine.