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Patrick Zwerger
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Weniger Nachfrage, mehr Zuladung

Volga Dnepr mottet zwei An-124 ein und rüstet vier auf

Die russische Fracht-Airline Volga Dnepr leidet unter dem nachlassenden Trend auf dem Frachtmarkt. Als Antwort darauf will sie zwei ihrer acht Antonow An-124 bis auf Weiteres am Boden lassen. Vier andere An-124 sollen dagegen ein großes Upgrade erhalten.

Dass die Zeiten härter werden, diesen Umstand spürt Volga Dnepr schon seit längerer Zeit. Nicht ohne Grund haben die Russen ihre An-124-Flotte bereits von einst zwölf auf nunmehr acht Exemplare zusammengestutzt. Damit blieb Volga Dnepr immerhin weltgrößter Betreiber der einst fürs Militär entwickelten „Ruslan“, vor dem ukrainischen Rivalen Antonov Airlines, der aktuell sieben An-124 betreibt.

Drastischer Umsatzeinbruch

Diesen Status allerdings wird Volga Dnepr nun aufgeben müssen – zumindest vorübergehend: Wie das Luftfahrtportal „Russian Aviation Insider“ berichtet, wird die Cargo-Airline zwei ihrer An-124 bis auf Weiteres aus dem Verkehr ziehen und einlagern. Zudem werden mindestens 100 der 1500 Volga Dnepr-Mitarbeiter am Hauptstandort Uljanowsk ihren Arbeitsplatz verlieren. Damit reagiert das Unternehmen auf „einen deutlichen Nachfragerückgang auf dem Luftfrachtmarkt“, wie es Volga Dnepr in einer Stellungnahme formulierte. In Zahlen ausgedrückt betrug der Umsatzrückgang zwischen Januar und August 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum satte 40 Prozent. Ein Hauptgrund hierfür dürfte der Verlust der SALIS-Transportaufträge der NATO sein, an dem Volga Dnepr bis Ende 2018 gemeinsam mit Antonov Airlines beteiligt war. Seit 2019 jedoch ist Antonov Airlines für diese Transporte, die vor allem über Leipzig abgewickelt werden, allein zuständig. Auch der Handelskrieg zwischen China und den USA sowie die Brexit-Turbulenzen trübten nach Angaben russischer Beobachter die Geschäftsbilanz des Frachtspezialisten.

Patrick Zwerger
Auf dem Flughafen Leipzig betreibt Volga Dnepr mit der Tochterfirma AMTES einen eigenen Wartungsbetrieb. Hier werden neben den An-124 auch westliche Muster gewartet.

Lasten-Upgrade für Volga Dneprs An-124

Nichtsdestotrotz glaubt man bei Volga Dnepr an eine baldige Erholung des Marktes. Deshalb sollen die beiden An-124 auch nicht ganz aus der Flotte verschwinden, sondern bei Bedarf reaktiviert werden. Die Teilflotte aus gegenwärtig fünf Iljuschin Il-76 soll ebenfalls unverändert bleiben. Und auch die Geschäfte mit der reduzierten An-124-Flotte möchten die Russen offenbar weiter ausbauen. So plant das Unternehmen nach eigenen Angaben ein umfangreiches Upgrade für bis zu vier seiner sechs verbleibenden An-124. Dieses sieht vor, die Zuladung von standardmäßig 120 auf bis zu 150 Tonnen anzuheben – das absolute Maximum, das die An-124 laut Hersteller transportieren kann. Um dieses Maximum zu erreichen, benötige die „Ruslan“ einen versärkten Kabinenboden und ein stärkeres Fahrwerk, zitiert der „Russian Aviation Insider“ einen Volga Dnepr-Sprecher. Damit wäre die An-124 zudem in der Lage, Einzelfrachtstücke mit bis zu 120 Tonnen Gewicht zu transportieren. Der bordeigene Kran soll ebenfalls verstärkt werden. Das erste derart umgebaute Flugzeug habe jüngst die Zulassung durch die russische Luftfahrtbehörde erhalten, so Volga Dnepr. Sämtliche An-124 der Airline – auch die eingelagerten – sollen darüber hinaus zeitnah ADS-B out-Transponder erhalten. Diese werden ab 2020 in Europa und den USA Pflicht.

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