Die Uhr läuft ab für die letzten Airbus A340-600 bei Lufthansa – trotz mehrfach verlängerter Gnadenfrist. Vier der langen Vierstrahler sind derzeit noch in Frankfurt stationiert und für den Kranich unterwegs (wobei eine Maschine derzeit in Manila in der Wartung steckt). Bis allerspätestens 2027 sollen auch sie verschwunden sein.
Für zwei A340-600, die Lufthansa im vergangenen Jahr stillgelegt und auf Europas größtem Flugzeugparkplatz im spanischen Teruel deponiert hat, naht derweil das endgültige Ende ihres Flugzeuglebens: Die britische Firma Executive Jet Support, kurz EJS, hat die beiden Jets mit den Seriennummern (MSN) 771 und 846 erworben und möchte ihre Innereien dem globalen Teilemarkt zuführen. Mit anderen Worten: Die beiden A340-600 sollen zeitnah zerlegt werden – allerdings nicht an ihrem aktuellen Standort Teruel, sondern in Polen, genauer gesagt in Bydgoszcz (Bromberg).
EJS sieht sich "mit dem Kauf unserer ersten A340-Abrissprojekte" auf dem besten Weg, das hausinterne Airbus-Programm weiter auszubauen, wie das Unternehmen in einer Stellungnahme schreibt, und will aus der Zerlegung der Maschinen "hochwertige Komponenten" für die Ersatzteilversorgung gewinnen.

Die beiden zum Ausschlachten freigegebenen A340-600 parkten bereits ab Frühjahr 2020 in Teruel, kehrten zwischenzeitlich aber wieder in den Dienst zurück.
Komplette Karriere bei Lufthansa
Bei den beiden A340-600, die EJS erworben hat, handelt es sich um die Ex-Lufthansa-Jets D-AIHP (MSN 771) und D-AIHT (MSN 846). Erstere feierte ihren Jungfernflug im Herbst 2006 und verbrachte ihre gesamte Karriere bei Deutschlands größter Airline. Das trifft auch auf die geringfügig jüngere, 2008 gebaute, Schwestermaschine D-AIHT zu. Diese war zwar ursprünglich von der britischen Virgin Atlantic in Auftrag gegeben worden, landete aber dann bei Lufthansa, weil Virgin die Order stornierte.

Lufthansa fliegt die A340-600 nach wie vor - allerdings sind, Stand April 2026, nur noch vier Exemplare übrig. Eines davon steckt derzeit in der Wartung.
Seit 2025 außer Dienst
Die D-AIHP schied schließlich Ende Juni 2025 aus der Lufthansa-Flotte aus, die D-AIHT bereits drei Monate vorher, im März 2025. Beide A340-600 gingen anschließend ins Eigentum der deutschen Charter-Airline Universal Sky Carrier (USC) über, kehrten dort aber nicht in den aktiven Betrieb zurück.
Die britische EJS erwarb die Langstreckenjets schließlich von USC – und dürfte sie bald schon für ihre letzte Reise von Teruel nach Polen präparieren.





