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Patrick Zwerger
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Abschied der UH-1D: Das letzte Hurra für die „Huey“

Abschied der Bell UH-1D Das letzte Hurra für die „Huey“

Die Ära der Bell UH-1D bei der Bundeswehr dauerte mehr als fünf Jahrzehnte. Nun geht sie zu Ende. Zuvor zeigte sich eine "Huey" im Abschieds-Sonderanstrich noch einmal deutschlandweit ihren Fans – und beschloss die Tour am Bodensee mit einem letzten großen Highlight.

Eine große Abschiedstorunee hätte es werden sollen, und eigentlich war alles angerichtet: Eine UH-1D in phänomenaler Sonderlackierung, eine hochmotivierte Crew und jede Menge Show-Termine. Doch dann kam Corona, und die für 2020 angesetzte "Goodbye Huey"-Tour fiel ins Wasser. Der zweite Versuch 2021 hatte eher improvisatorischen Charakter – dennoch gelang es den Verantwortlichen vom Transporthubschrauberregiment 30 in Niederstetten, ihre bunte Huey in den vergangenen Wochen und Monaten an zahlreichen Orten in ganz Deutschland zur Schau zu stellen.

Michael Häfner
Ein Bild für die Geschichtsbücher: UH-1D und Zeppelin NT am 14. Juni 2021 im Formationsflug über dem Bodensee.

Ein besonderer Formationsflug

Auf ihrer letzten Etappe zog es die Huey mit dem Taktischen Kennzeichen 73+08 noch einmal ganz nach Süden: In Friedrichshafen am Bodensee, Heimat von Dornier und Zeppelin, traf sich der legendäre "Teppichklopfer" zum Formationsflug mit einem Zeppelin NT und einem Airbus H145M – dem Nachfolger der UH-1D in der Rolle des Such- und Rettungshubschraubers. Für Oberstleutnant Bodo Schinkel, den Piloten der "Goodbye Huey"-Tour, war es ein besonderer Moment: Er freue sich sehr, zusammen mit dem Zeppelin über den Bodensee zu fliegen, diktierte Schinkel vor dem Start mit leuchtenden Augen in die Blöcke der Reporter. Immerhin sei Friedrichshafen die Geburtsstätte der deutschen UH-1D, von denen Dornier einst 352 Stück in Lizenz baute – allerdings nicht am Bodensee, sondern in Oberpfaffenhofen.

Patrick Zwerger
Oberstleutant Bodo Schinkel fliegt die UH-1D seit 36 Jahren. Beim Start zum Formationsflug steht ihm die Vorfreude ins Gesicht geschrieben.

Die Huey als "treuer Partner"

Schinkel selbst ist als Pilot mit der Huey großgeworden. 36 Jahre lang flog er die UH-1D beim Heer. Nun steht der letzte Akt kurz bevor: Am 23. Juni wird die 73+08 im Hubschraubermuseum Bückeburg erwartet. Mit jeder Flugminute, die noch bleibt, schwingt deshalb auch die Wehmut mit. "Natürlich ist das schade, man verabschiedet sich nur ungern von einem so treuen Partner", gibt der Oberstleutnant zu. Den Generationswechsel beim Heer in Gestalt der Nachfolger NH90 und H145M begrüßt er dennoch – schließlich "wäre es ja dumm", auf die Möglichkeiten, die die neuen Muster bieten, zu verzichten.

Sprach's, und verschwand direkt darauf breit grinsend im Cockpit seiner Huey – für deren letzten großen Fototermin am Himmel.