Adaptive Cycle Engine: GE Aerospace zeigt erstmals Bild des XA102

Adaptive Cycle Engine
GE Aerospace zeigt erstmals Bild des XA102

ArtikeldatumVeröffentlicht am 15.09.2026
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GE Aerospace zeigt erstmals Bild des XA102
Foto: GE Aerospace

GE Aerospace hat zum ersten Mal ein Computerbild des in der Entwicklung befindlichen XA102 veröffentlicht. Gleichzeitig gab der US-amerikanische Triebwerkshersteller bekannt, dass man sich im Rahmen des "Next Generation Adaptive Propulsion"-Programms (NGAP) der US Air Force weiter Richtung Bau des ersten Demonstrators bewege.

Das XA102 ist ein Triebwerk mit adaptivem Kreisprozess. Bei einem solchen Triebwerk lässt sich das Nebenstromverhältnis anpassen, dadurch kann es in verschiedenen Modi betrieben werden: mit hoher Schubkraft für maximale Fluggeschwindigkeit und mit hoher Effizienz für die maximale Reichweite oder Flugdauer. Realisiert wird das beispielsweise durch die Integration eines zweiten Nebenstromkanals.

Modellbasiertes Design für schnellere Entwicklung

"Unser Team arbeitet mit Zulieferern zusammen, um Hardware zu beschaffen und Teilkomponenten zu testen, während wir uns auf die Montage des ersten XA102-Testmodells vorbereiten", sagte Jorge Perez, Geschäftsführer von Edison Works Advanced Combat Engines bei GE Aerospace. "Auf der Grundlage unserer Erkenntnisse aus dem XA100-Programm sind wir gut aufgestellt, um die Technologie der Adaptive-Cycle-Triebwerke weiterzuentwickeln und die Vision der Air Force für Antriebe der nächsten Generation zu unterstützen."

Beim XA102 nutzt GE Aerospace erstmals den Ansatz des modellbasierten Entwurfs (model-based design, MBD), nach eigenen Angaben vom Design bis zum Bau. Dabei wird zunächst ein vollständig digitales Modell des Triebwerks und seiner Komponenten entwickelt und sein physikalisches und thermisches Verhalten simuliert. So können schon früh in der Entwicklung Probleme entdeckt und beseitigt werden, noch bevor ein teurer Prototyp entsteht. MBD verbindet den Entwurf auch mit der Herstellung und der Inspektion. Das soll die Entwicklungszeit und die Kosten reduzieren.

Triebwerk für die F-47

GE Aerospace hat bereits mit dem XA100 einiges an Erfahrung mit modernen Triebwerken mit variablem Kreisprozess. Das XA100 wurde unter dem "Adaptive Engine Transition"-Programm (AETP) ab 2016 entwickelt und war für eine mögliche Neumotorisierung der Lockheed Martin F-35 gedacht. GE Aerospace erhielt damals jedoch eine Absage der US Air Force.

Auch Pratt & Whitney arbeitet im Rahmen des NGAP-Programms an einer Adaptive Cycle Engine. Das Triebwerk mit der Bezeichnung XA103 befindet sich in einem ähnlichen Entwicklungsstadium wie das XA102, am Übergang zum Bau des ersten Prototyps. Auch Pratt & Whitney setzt auf modellbasiertes Design. Eines der beiden Triebwerke soll die nächste Generation von US-Kampfflugzeugen antreiben, darunter die Boeing F-47.