Thales arbeitet an einer Evolution seines flug- und kampferprobten Helms für Hubschrauberpiloten. TopOwl Digital Display (DD) soll die Sicherheit bei schlechter Sicht und die operativen Fähigkeiten durch Augmented Reality verbessern. Zu den neuen Features gehören integrierte Nachtsichtfähigkeiten sowie Synthetic und Combined Vision. Dabei werden synthetische Geländedarstellungen und/oder Kamerabilder auf dem Display eingeblendet.
Den Auftrag zur Entwicklung dieser neuen Funktionen und Fähigkeiten für TopOwl erhielt Thales von der Hubschrauber-Management-Agentur der NATO (NAHEMA). Zuvor hatten Spanien und Frankreich weitere NH90 bestellt (Spanien 31 Stück, Frankreich 18). Die Auslieferung des neuen Helms soll Ende der 2020er Jahre erfolgen.
Neue Features auch für Tiger Mk III und Guépard
"Eine der neuen Funktionen ist die Möglichkeit, TopOwl mit dem Mission FLIR [Forward Looking Infrared; eine nach vorne blickende Wärmebildkamera d. Red.] zu koppeln", erklärt Philippe de Bellaing, ehemaliger Pilot und Key Account Manager für das französische Verteidigungsministerium im Bereich Hubschrauber bei Thales, bei einem Medienbriefing am 13. Januar. Diese Funktion sei beispielsweise nützlich, um ein Ziel zu verfolgen. Man entwickle diese Kopplungsmöglichkeit auch für den Tiger Mk III und den Airbus H160M Guépard für die französischen Streitkräfte.
Künftig können die beiden Piloten des NH90 nach der Verbindung von TopOwl DD mit dem Piloting FLIR auch in unterschiedliche Richtung blicken. Bisher kann sich der Co-Pilot lediglich die Sicht des Piloten anzeigen lassen. Neu ist auch ein Bild-im-Bild-Modus im Helmdisplay.
Zusammenspiel mit Safrans Eurofl'Eye
Die Verbesserungen werden zum Teil durch neue Hardware, aber auch durch modernisierte Software erzielt, so Florent Chauvancy, Vice President of Flight Avionics bei Thales. Hardwareseitig setzt Thales zum Beispiel auf leistungsfähigere Restlichtverstärkerröhren, um die Nachtsichtfunktion zu verbessern.
Die neuen TopOwl-Funktionen nutzen das Kamerasystem Eurofl'Eye von Safran. Es kombiniert die Aufnahmen von sechs Weitwinkel-Infrarotkameras, die in Echtzeit auf das Helmdisplay projiziert werden. Es handelt sich nach Angaben von Safran um ein Distributed Aperture System (DAS), das durch die Anordnung der Kameras um den Hubschrauber herum eine 360-Grad-Rundumsicht ermöglicht.
Auch für die Zukunft sieht Thales noch weitere Entwicklungsmöglichkeiten. Beispielsweise will man Farbdarstellung implementieren, um FLIR bei Tag nutzen zu können. Auch spezifische Augmented-Reality-Anwendungen könne man sich vorstellen. Ein Beispiel sei eine Symbologie für die Flugbahn von Drohnen. In Zukunft könnten auch Drohnen oder in der Luft startende Raketen mit Bildsucher mit TopOwl DD verbunden und als Bild- im-Bild auf dem Helmdisplay angezeigt werden.
Frankreich und Spanien seien zwar die Erstkunden, aber jeder NH90-Betreiber sei ein potenzieller Kunde, so Chauvancy. Mit Blick auf Deutschland sagte er: "Es kommt darauf an, was Deutschland macht, auf die Bereitschaft, diese Features zu implementieren."





