Rolls-Royce baut Portfolio für unbemannte Fluggeräte aus

Britischer Triebwerkshersteller
Rolls-Royce baut Portfolio für unbemannte Fluggeräte aus

ArtikeldatumVeröffentlicht am 04.08.2026
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Rolls-Royce baut Portfolio für unbemannte Fluggeräte aus
Foto: Ulrike Ebner

Rolls-Royce erweitert sein Angebot an Antrieben für autonome unbemannte Flugzeuge, sogenannte Collaborative Combat Aircraft (CCA). Bei der Präsentation der Halbjahreszahlen am 30. Juli sagte Tufan Erginbilgic, der CEO des britischen Triebwerksherstellers, dass man in diesem Segment einige wichtige Meilensteine in den ersten sechs Monaten erreicht habe, darunter den Erstflug des unbemannten Tankers MQ-25A Stingray der US Navy, angetrieben von einem AE-3007-Turbofan.

Erginbilgic enthüllte zudem, dass Rolls-Royce im Auftrag der deutschen Regierung ein skalierbares Kerntriebwerk entwickelt, das für mehrere autonome Plattformen in einer mittleren CCA-Klasse angepasst werden könne. Die Entwicklung soll noch dieses Jahr fertiggestellt werden.

Schnelle und günstige Triebwerksentwicklung

Ob es sich dabei um ein Kerntriebwerk aus dem Orpheus-Programm handelt, sagte Erginbilgic nicht. Orpheus ist ein Kleintriebwerk mit zwei Wellen und kleinem Nebenstromverhältnis. Rolls-Royce stellte das Konzept 2022 der Öffentlichkeit vor, die Entwicklung begann 2020 im Geheimen.

Aus den ersten beiden Prototypen, die innerhalb von weniger als zwei Jahren gebaut und getestet wurden, entwickelt Rolls-Royce nun eine kostengünstige Antriebsfamilie für unbemannte Flugsysteme. Leistungsdaten nennt Rolls-Royce nicht, die Antriebe sollen jedoch innerhalb kurzer Zeit skalier- und konfigurierbar sein. Rolls-Royce setzt dafür auf agile Prozesse, neue Partnerschaften und additive Fertigung.

Der im Juli auf der Luftfahrtmesse in Farnborough vorgestellte unbemannte britische Kampfjet Brontanax soll allerdings nicht von einem Orpheus angetrieben werden – sondern von einem US-amerikanischen Williams-International-Turbofan. Medienberichten zufolge gibt es Streitigkeiten zwischen BAE Systems und Rolls-Royce über die Kosten und die zeitlichen Vorgaben.