Boeing B-17 Flying Fortress „We the People“ hat wieder Flügel

Neue Holme inklusive
B-17 „We the People“ bekommt ihre Flügel zurück

ArtikeldatumVeröffentlicht am 03.03.2026
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B-17 „We the People“ bekommt ihre Flügel zurück

In einem Hangar in Madras, Oregon, ist in diesen Tagen ein Schritt gelungen, auf den Warbird-Fans und Restaurationsbetriebe oft jahrelang hinarbeiten: Die Boeing B‑17 Flying Fortress "We the People" hat ihre Tragflächen wiederbekommen. Zum ersten Mal seit dem großen Strukturprogramm wurden die Flügel – inzwischen mit neuen Hauptholmen – wieder an den Rumpf gebaut. Damit ist eines der sichtbarsten und zugleich wichtigsten Kapitel der aktuellen Überholung erreicht.

Von Houston nach Mount Pleasant

Im Dezember 2020 hatte das Lone Star Flight Museum in Houston bekanntgegeben, dass es sein Flagschiff, die B-17 "Thunderbird", an das stetig wachsende Mid America Flight Museum in Ost-Texas verkauft hat. Der Bomber war seit 1987 Teil der Sammlung, die jedoch langsam aufgelöst wurde. Scott Glover und seine Sammlung in Mount Pleasant haben ein Fable für besondere amerikanische Muster und ehren damit die Veteranen der vergangenen Konflikte. Zum Museum in Mount Pleasant gehören viele verschiedene Muster, darunter eine P-51 Mustang, eine Corsair, eine Wildcat, diverse Tri-Motor-Modelle, eine Gee Bee QEC, eine B-25 Mitchell und einige Muster aus der Zeit des Vietnamkriegs.

B-17 entwickelt sich zum Großprojekt

Nach dem Erwerb der B-17 und der Überführung stellte sich leider schnell heraus, dass der Zustand doch nicht so toll war, und die Verantwortlichen entschieden sich für eine Grundüberholung. Dafür wurde der Bomber zu den Experten von "The Warbird Shop" in Madras, Oregon überführt. Der Schwerpunkt der Restaurierung lag auf den inneren Flügelholmen, die seit langem ein kritischer Faktor für die Lufttüchtigkeit der schwindenden Flotte flugfähiger B-17 sind. Korrosion und Risse in diesen Bauteilen führten in den letzten Jahren zu zwei Lufttüchtigkeitsanweisungen (ADs) der FAA, wodurch mehrere Flugzeuge am Boden bleiben mussten. Bei "We The People", so wurde sie inzwischen getauft, ergab die Inspektion, dass ein vollständiger Austausch – anstatt einer Reparatur – der hinteren Holmrohre in beiden Innenflügeln die einzige praktikable Lösung war.

Dieses Unterfangen ist bis heute innerhalb der B-17-Gemeinschaft beispiellos. Jedes Holmrohr ist ein knapp acht Meter (26 Fuß) langes, konisches Aluminiumprofil, das nach den ursprünglichen Spezifikationen von Boeing aus den 1930er Jahren konstruiert wurde, was seine Reproduktion unglaublich schwierig macht. Nach einer intensiven Suche erklärte sich ein britischer Luft- und Raumfahrtzulieferer bereit, die Holme als Neuteile herzustellen – ein Prozess, der zwei Jahre für die Werkzeugherstellung und Produktion erforderte. Bis Ende 2024 wurden acht zertifizierte Einheiten nach Madras geliefert, wodurch der unmittelbare Bedarf der "We The People" gedeckt und das Interesse anderer B-17-Erhaltungsgruppen geweckt wurde, zusätzliche Sätze in Auftrag zu geben, solange die Werkzeuge noch verfügbar sind.

Neuer Look

Neben dem Austausch der Holme wird auch die Außenhaut des Flugzeugrumpfs erneuert und mit neuen Stringern und Spanten versehen. Alle vier Triebwerke und Propeller befinden sich derzeit noch in der Generalüberholung und die übrigen Flugzeugsysteme werden einer umfassenden Inspektion und Reparatur nach Bedarf (IRAN) unterzogen. Nach Fertigstellung wird die "We the People" mit einer polierten Außenhaut und den Standardkennzeichen der US-Luftstreitkräfte wieder in die Luft aufsteigen. Die endgültigen Entscheidungen bezüglich einer Nose-Art und der Geschwaderkennzeichen stehen noch aus. Mit diesem Meilenstein treiben das Mid-America Flight Museum und seine Partner nicht nur die Restaurierung einer B-17 voran, sondern schaffen auch einen Präzedenzfall, der dazu beitragen könnte, die Zukunft der Flying-Fortress-Flotte für die kommenden Jahrzehnte zu sichern.