30 Jahre Jakowlew Jak-130, und jetzt? Russlands Kampftrainer

Weiterentwicklung Jak-130M
Dreißig Jahre Jakowlew Jak-130, und jetzt?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 27.04.2026
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Mit dem Aufkommen der vierten Kampfflugzeuggeneration in den 1980er Jahren stieß die sowjetische Ausbildungsinfrastruktur an ihre Grenzen. Die tschechoslowakischen Strahltrainer L-29 und L-39, die über Jahrzehnte den Nachwuchs ausgebildet hatten, waren für den Übergang zu Mustern wie der MiG-29 oder Su-27 schlicht ungeeignet.

Anfang der 1990er Jahre schrieb Russland einen Wettbewerb für ein neues Ausbildungsflugzeug aus, den das Jakowlew-Konstruktionsbüro gewann – und die Entwicklung der Jak-130 begann.

Premiere in Frankreich

Angesichts des chronischen Geldmangels der russischen Rüstungsindustrie kurz nach der Auflösung der Sowjetunion arbeitete Jakowlew zunächst mit dem italienischen Hersteller Aermacchi (heute Leonardo) zusammen. In Paris wurde der Jet-Trainer 1995 erstmals öffentlich präsentiert. Ein Jahr später flog die Maschine. Danach trennten sich die Wege der Russen und der Italiener. Italien entwickelte aus der Kooperation die M-346, Russland baute die Jak-130 allein weiter.

Fast zehn Jahre später, im April 2004, startete die erste Serienmaschine. Ab 2010 wurden die in Irkutsk gefertigten Flugzeuge an die russische Luftwaffe geliefert. Ein Jahr später gingen die ersten Exemplare ins Ausland.

Das Besondere an der Konstruktion ist laut Hersteller die Möglichkeit, über die Avionik das Flugverhalten anderer Muster zu simulieren. Das soll den Übergang von der Ausbildungsmaschine in einen modernen Kampfjet erleichtern.

Neue Jak-130M soll dieses Jahr fliegen

Vor zwei Jahren stellte Jakowlew eine überarbeitete Variante des Trainingsflugzeugs vor: die Jak-130M. Sie ist ein echter Kampfjet, unter anderem ausgestattet mit Bordradar und einem erweiterten Waffenarsenal mit der Möglichkeit zur Bewaffnung mit Luft-Luft-Raketen und Luft-Boden-Waffen mit Satelliten- und Laserleitsystemen.

Drei Prototypen sollen noch 2026 erstmals fliegen. Genaue Daten gibt es noch keine. Ob und wann die Version in Serie geht, blieb offen. Tatsächlich gibt es bereits zwei flugbereite Exemplare des Jets. Diese wurden schon im vergangenen Jahr fertiggestellt. Spätestens im Juni sollen die Flugtests losgehen.

Genauso wenig steht fest, ob die russische Luftwaffe das Muster überhaupt beschaffen wird. Rostec und Jakowlew scheinen mit der Maschine vor allem Exportkunden ansprechen zu wollen.

Debüt auf der Dubai Air Show

Das ist insofern ein Risiko, als sich Kampfflugzeuge im Ausland erfahrungsgemäß deutlich leichter verkaufen, wenn die Streitkräfte des Herstellerlandes selbst bestellen.

Ihren internationalen Auftritt hatte die Jak-130M im November 2025 auf der Dubai Air Show. Dubai gilt als wichtiges Schaufenster für Rüstungsgüter in einer Region, in der Russland sanktionsfrei exportieren kann.

Für potenzielle Käufer könnte vor allem der Preis ein Argument sein. Leichte Kampfjets sind deutlich günstiger in Anschaffung und Betrieb als schwere Muster und reichen gerade kleineren, finanziell weniger gut bestückten Nationen für viele Einsatzszenarien, wie Luftraumkontrolle, vollkommen aus.