Die Long March 10B soll frühestens am 28. April von der Startanlage Wenchang abheben. Für die chinesische Raumfahrt wird der Start, wenn er erfolgreich verläuft, ein Meilenstein.
Anfang April war die Rakete erstmals aus der Montagehalle gerollt worden, um auf der Startrampe einen umfassenden Generalprobe-Countdown zu absolvieren. Dabei wurden beide Stufen vollständig betankt. Einen separaten Triebwerks-Standtest auf der Startrampe hielt man für verzichtbar.
Denn die Erststufe der 10B teilt sich ihre Antriebsarchitektur mit anderen Raketen der Long-March-10-Familie, und bereits im August und September 2025 waren statische Zündtests an einem Versuchsträger erfolgreich durchgeführt worden.
Nach der Tanktrockenübung wurde die Rakete vorübergehend in die Montagehalle zurückgerollt, um die Nutzlast zu montieren.
Die erste Raketenstufe soll nach dem Start geborgen werden. Es wäre für den Hersteller, die "China Academy of Launch Vehicle Technology", das erste Mal, dass eine Raketenstufe einer teilweise wiederverwendbaren Rakete geborgen wird.
Vorbereitung auf Mondmission
In den Wochen nach dem 10B-Flug sind bereits weitere Starts geplant. Eine Long March 10A mit einem experimentellen Mondsatelliten sowie die erste bemannte Mengzhou-Mission zur Raumstation Tiangong sollen bis September dieses Jahres stattfinden.
Die drei Flüge nutzen nahezu identische Erststufen und dienen damit auch als Datenbasis für ein ambitionierteres Projekt. Eine Long March 10 ist nämlich auch für Chinas bemannte Mondmissionen vorgesehen. 2030 will China die ersten Taikonauten auf den Mond bringen.
Die Long March-Raketenfamilie ist das Rückgrat der chinesischen Raumfahrt. Mittlerweile haben die Raketen über 600 Starts in alle Umlaufbahnen absolviert. Zur Familie gehören unter anderem die Long March 2F, die bemannte Shenzhou-Kapseln ins All bringt, sowie die Long March 5, Chinas derzeit leistungsstärkste Trägerrakete mit 25 Tonnen Nutzlast, die bereits Mars- und Mondsonden transportierte.





