Der peruanische Verteidigungsminister Carlos Díaz und Außenminister Hugo de Zela legten am Mittwoch ihre Ämter nieder, nachdem Übergangspräsident José María Balcázar den geplanten Kauf von 24 Exemplaren F-16V Block 70/72 des US-Herstellers Lockheed Martin auf Eis gelegt hatte.
Balcázar hatte das 3,5-Milliarden-Dollar-Geschäft gestoppt. Er sagte, eine derart weitreichende finanzielle Verpflichtung solle der nächsten gewählten Regierung überlassen bleiben. Balcázar selbst ist erst seit Februar als Interimspräsident bis zur Vereidigung des neuen Präsidenten im Amt. Das soll im Juli sein.
In seiner Erklärung betonte er, den Deal nicht abzusagen, sondern lediglich die Entscheidungsverantwortung an seine Nachfolger weitergeben zu wollen.
Verteidigungsminister Díaz wollte sich allerdings mit dieser Begründung nicht abfinden. In seinem Rücktrittsschreiben erklärte er, in einer grundlegenden sicherheitspolitischen Frage anderer Meinung zu sein als der Präsident.
Washington gewohnt undiplomatisch
Peru hat die Wahl zwischen der schwedischen Saab Gripen E, der französischen Rafale und der US-amerikanischen F-16. Die US-amerikanischen Jets kommen mit einigem politischen Ballast.
Der US-Botschafter in Peru, Bernie Navarro, reagierte scharf auf die Entscheidung des Präsidenten, den Kauf zu vertagen. In einer öffentlichen Mitteilung warnte er, wer amerikanische Interessen untergrabe oder die USA in Verhandlungen nicht ernst nehme, müsse mit dem vollen Reaktionsvermögen der "Trump-Regierung" rechnen. Das Angebot sei technisch konkurrenzfähig gewesen und das Flugzeug zähle ohnehin zum modernsten auf dem Weltmarkt.
Die Hersteller Dassault und Saab hatten Peru attraktivere Angebote vorgelegt. Navarro wies diese Darstellung zurück und sagte, die F-16 sei bei der Ausschreibung nicht ausgestochen worden.
Gripen, Rafale oder F-16?
Die ursprüngliche Entscheidung für insgesamt 24 Maschinen war 2024 unter der damaligen Präsidentin Dina Boluarte gefallen, jedoch ohne Vertragsschluss und Bestellung. Ihr Favorit war die Saab Gripen E.
Die Finanzierung sollte über Staatsanleihen in Höhe von zwei Milliarden Dollar im Jahr 2025 sowie weiteren 1,5 Milliarden im laufenden Jahr erfolgen. Boluarte wurde jedoch im Oktober abgesetzt, ihr Nachfolger José Jeri ebenfalls nach nur vier Monaten.





