Italien kauft das Mehrzweck-Tankflugzeug A330 MRTT von Airbus Defence & Space. Das Verteidigungsministerium in Rom hat sechs Exemplare für 1,4 Milliarden Euro bestellt – Logistik und Wartung für zehn Jahre inbegriffen. Die offizielle Bekanntmachung erfolgte im Amtsblatt der Europäischen Union. Ein verbindlicher Lieferzeitplan wurde bislang nicht veröffentlicht.
Luftbetankung mehrerer Maschinen
Die A330 MRTT basiert auf dem bewährten Langstreckenjet Airbus A330. MRTT steht für "Multi-Role Tanker Transport" und macht gleich deutlich, was die Maschine alles kann. Je nach Konfiguration können mit der A330 MRTT mehrere Flugzeuge gleichzeitig in der Luft betankt werden. Parallel dazu lässt sich der Widebody für Frachttransport oder medizinische Evakuierungen nutzen.
Die neueste Ausbaustufe A330 MRTT+ setzt auf die Trent-7000-Triebwerke der A330neo von Rolls-Royce und erreicht ein höheres maximales Startgewicht von 242 Tonnen. Italien scheint allerdings das Vorgängermodell bestellt zu haben.
Das besitzt ein Leergewicht von 120 Tonnen und ein maximales Startgewicht von 233 Tonnen. Das soll den Transport von 267 Soldaten mit voller Ausrüstung ermöglichen. Für Betankungsmissionen stehen bis zu 111 Tonnen Treibstoff zur Verfügung.
Auch viele andere NATO-Länder nutzen die militärische A330, darunter Frankreich und Großbritannien sowie die in Eindhoven stationierte Multinational MRTT Unit, an der auch Deutschland sich beteiligt. Die von der multinationalen MRTT-Flotte der NATO verwendete Einsatzbezeichnung des Flugzeugs ist KC-30M.

Die britische Royal Air Force lässt ihre A330-Tanker unter dem Namen Voyager von einer privaten Firma betreiben.
Boeing-Pannentanker war keine Option
Die italienische Luftwaffe sucht seit Jahren neue Tanker. Seit 2012 betreiben die Teilstreitkräfte vier KC-767A. Um diese Flotte zu erweitern, plante man die Beschaffung von zwei weiteren Exemplaren. Die zuständige Rüstungsbehörde empfahl anschließend den Kauf von sechs Boeing KC-46A Pegasus für rund 1,1 Milliarden Euro.
Die KC-46A, die auch die US Air Force fliegt, ist seit Programmbeginn allerdings von technischen Mängeln geplagt. Probleme mit dem digitalen Steuerungssystem für den Betankungsausleger hatten Italien letztlich dazu bewogen, von der Beschaffung ganz abzusehen. Auf eine erneute Ausschreibung hatte sich nur Airbus beworben.
Anders als Italien hat die US Air Force trotz aller Pannen bei der KC-46A im vergangenen Jahr nochmal nachbestellt. Eine wirkliche Alternative dazu hatte die US-Luftwaffe, auch aus politischen Gründen, jedoch nicht.





