Die Gespräche zwischen Bangladesch und China zum Kauf von bis zu 24 Chengdu J-10CE schreiten offenbar voran. Das zumindest berichtete Zahed Ur Rahman, seines Zeichens Berater des bangladeschischen Premierministers, am 25. August im Rahmen einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Dhaka. Derzeit liefen mehrere große Beschaffungsbemühungen für die Streitkräfte – die laut Rahman neben Kampfjets auch neue Kampfhubschrauber, VIP-Hubschrauber sowie Drohnen umfassen.
Der Berater führte aus, man habe einen Vertragsentwurf für die Beschaffung von J-10CE-Kampfjets und Kampfhubschraubern erstellt und zur Genehmigung an die Streitkräfteabteilung und die zuständigen Ministerien übermittelt. Die finale Order könnte bereits im laufenden Geschäftsjahr oder, falls nicht sofort ausreichende Mittel zur Verfügung stehen, im nächsten Geschäftsjahr abgeschlossen werden, so Rahman weiter.
Im Zuge der Pressekonferenz hob der Vertraute des Regierungschefs Tarique Rahman, der seit Februar dieses Jahres im Amt ist, die Qualitäten des chinesischen Mehrzweck-Kampfjets hervor und verwies auf praktische Erfahrungen im jüngsten Konflikt zwischen Indien und Pakistan.

Die Chengdu J-10C besitzt ein modernes AESA-Radar und nutzt unter anderem die Langstreckenlenkwaffe PL-15 gegen Luftziele. Diese Kombination erwies sich gegen indische Rafales als wirksam.
Kampferprobt und günstig
Mittlerweile sei belegt, dass J-10-Kampfjets in diesem Schlagabtausch der beiden Dauerrivalen mindestens einen indischen Rafale-Kampfjet vom Himmel geholt hätten. In jedem Fall habe das Muster unter realen Bedingungen eine starke Leistung gezeigt – was Bangladesch letztlich veranlasst habe, eine Beschaffung der aktuellsten Exportversion J-10CE (die auch Pakistan fliegt) verstärkt zu verfolgen.
Als weiteren maßgeblichen Grund für den Fokus auf den China-Kampfjet nannte Zahed Ur Rahman die Beschaffungskosten. Die Chengdu J-10CE sei – bei vergleichbarer Leistungsfähigkeit – gegenüber europäischen Kampfjets wie der Rafale oder dem Eurofighter Typhoon günstiger. Die Regierung träfe Entscheidungen daher auch unter Berücksichtigung sowohl der Kosten als auch der Effektivität bei der Steigerung der Verteidigungsfähigkeit.

Als aktuelles Standardmuster der Luftwaffe von Bangladesch fungiert die - technisch veraltete - Chengdu F-7, die wiederum eine chinesische Weiterentwicklung der MiG-21 ist.
Eurofighter und J-10CE gemeinsam?
Das Interesse Bangladeschs an der Chengdu J-10CE war erstmals im Herbst 2025 öffentlich diskutiert worden. Rund zwei Monate später machte Dhaka allerdings mit einer Absichtserklärung zum Kauf von zwölf Eurofighter Typhoon Schlagzeilen, die bei Leonardo in Italien endmontiert werden sollten.
Ob dieses Geschäft mit den öffentlich kolportierten, verstärkten Bemühungen Bangladeschs um die J-10CE nun platzt, ist bislang unklar. Beide Muster wird sich das Land – unabhängig von möglichen politischen Hürden – mutmaßlich kaum leisten können.
Andererseits ließ Berater Rahman auf seiner Pressekonferenz durchblicken, dass die Regierung noch ein weiteres Fighter-Muster bestellen könnte. Bereits jetzt betreibt Bangladesch mit der chinesischen MiG-21-Modifikation Chengdu F-7 und der aus Russland stammenden MiG-29 zwei Kampfjet-Typen. In einem Idealszenario könnte der Eurofighter die MiG-29 ersetzen, während die J-10CE die F-7 beerbt.
Theoretisch wäre damit ein weltweit einmaliger Parallelbetrieb von J-10CE und Eurofighter möglich. Aus mehrerlei Hinsicht ist das aber ein wohl ein eher unwahrscheinliches Szenario.





