Deutscher U-Boot-Jäger bei Lufthansa Technik: P-8A Poseidon in der Wartung

Erste planmäßige Poseidon-Wartung
Deutscher U-Boot-Jäger bei Lufthansa Technik

ArtikeldatumVeröffentlicht am 20.04.2026
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P-8A Poseidon der Deutschen Marine bei Lufthansa Technik in Hamburg
Foto: Lufthansa Technik

Zur 180-Tage-Inspektion weilt die Boeing P-8A Poseidon mit der Bundeswehr-Kennung 63+01 derzeit im Hangar von Lufthansa Technik am Hamburger Flughafen Fuhlsbüttel. Die Schwestermaschine 63+02 hat derweil am selben Ort ihren 90-Tage-Check gerade hinter sich gebracht. "Im Rahmen dieser ersten Überprüfungen werden an den nahezu neuen Maschinen kleinere Wartungsarbeiten vorgenommen", beschreibt Lufthansa Technik den Aufenthalt der beiden deutschen U-Boot-Jäger in der Hansestadt. "Dazu gehören beispielsweise Sichtprüfungen, die Schmierung von Fahrwerkskomponenten sowie spezielle Flugzeug- und Triebwerksreinigungen für die Poseidon, die regelmäßig in der salzhaltigen Luft in niedrigen Höhen über dem Meer eingesetzt wird."

Die Wartung der deutschen Poseidons, basierend auf einem im November des vergangenen Jahres unterschriebenen Vertrag zwischen Lufthansa Technik Defense und Boeing, markiert zugleich ein Novum in der Geschichte des renommierten deutschen Wartungsbetriebs: Zum ersten Mal hat Lufthansa Technik mit den P-8A der Marineflieger "potenziell bewaffnete" Flugzeuge in seiner Obhut.

Hamburg als "starker Luftfahrtstandort"

Diesen Meilenstein der Firmenhistorie feierte Lufthansa Technik am Montag, dem 20. April, im Beisein des Ersten Bürgermeisters von Hamburg, Peter Tschentscher, und Kapitän zur See Broder Nielsen, dem Kommandeur der Marineflieger. "Ich freue mich, dass das P-8A-Poseidon-Projekt mit Beteiligung der Lufthansa Technik in Hamburg realisiert wurde, und wünsche allen Beteiligten viel Erfolg", kommentierte Bürgermeister Tschentscher. Hamburg sei "ein starker Luftfahrtstandort" und es sei wichtig, "dass die Stärkung der deutschen Verteidigungsfähigkeit deutsche Unternehmen einbezieht (...)."

Kapitän zur See Nielsen hob seinerseits die "strategische Bedeutung" der Marinefliegerei für die Sicherheit Deutschlands hervor. "Sie ermöglicht die schnelle und effektive Überwachung großer Seegebiete, die Ortung, Verfolgung und – falls nötig – die Bekämpfung von U-Booten", so Nielsen. Mit der P-8A Poseidon stehe der Marine dafür "endlich wieder ein weitreichendes, vernetztes und hochmodernes U-Boot-Jagdflugzeug zur Verfügung."

Neuland für Lufthansa Technik

Stefan Rauscher vom Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) ergänzte, Lufthansa Technik habe mit den Inspektionen der beiden P-8A bewiesen, "dass das Unternehmen auch Marineflugzeuge warten kann."

Lufthansa Technik betraut in den firmeneigenen Wartungshangars seit Langem immer wieder Flugzeuge mit militärischer Kennung aus aller Welt. Dabei handelt es sich im Regelfall jedoch um Regierungsmaschinen, die in Hamburg das volle Serviceprogramm erhalten – von kleinen Inspektionen bis hin zum Komplettumbau.

P-8A Poseidon der Deutschen Marine bei Lufthansa Technik in Hamburg
Lufthansa Technik

Große Erfahrung mit Boeing 737

Die Boeing P-8A Poseidon basiert auf dem Passagierjet 787-800 (mit dem Flügel der größeren 737-900). Die jahrzehntelange 737-Erfahrung von Lufthansa Technik kommt dem Hamburger Traditionsunternehmen bei den Wartungsarbeiten an den deutschen Poseidons zugute. Neben Boeing und Lufthansa Technik gehört auch die ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH (heute Teil der Hensoldt-Gruppe) zum deutschen Industriekonsortium, das die maximale Einsatzbereitschaft der deutschen Marine sicherstellt.

Deutschland bestellte ursprünglich im Juni 2021 fünf P-8A und kaufte 2023 drei weitere Flugzeuge dieses Typs, womit sich die Gesamtzahl auf acht erhöht. Drei davon sind derzeit bereits bei der deutschen Marine im Einsatz. Sie haben am Fliegerhorst Nordholz in Niedersachsen die Lockheed P-3C Orion ersetzt.