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A-10 Thunderbolt II der US Air Force probten den Einsatz von Bundesstraßen in Michigan. 15 Bilder

Keine einzige A-10 darf in Rente gehen

Ewig grüßt das „Warzenschwein“ Keine einzige A-10 darf in Rente gehen

Die US Air Force kann auf die A-10 Thunderbolt II vorerst nicht verzichten – möchte den Bestand von derzeit 281 Flugzeugen aber gern im kommenden Jahr auf 239 A-10 reduzieren. Im US-Repräsentantenhaus stieß das auf taube Ohren: Alle A-10 sollen im Dienst bleiben.

Für die Führungsriege der US-Luftwaffe ist der Fall klar: alte Flugzeuge wie die A-10 Thunderbolt II blockieren wichtige Ressourcen, die man dringend bräuchte, um sie für Zukunftsprogramme wie die Lockheed Martin F-35 einzusetzen. Frank Kendall III, Secretary of the Air Force in der Regierung Biden, nannte die fliegenden Altlasten jüngst öffentlich einen "Anker, der die Air Force zurückhält" – und erwähnte in diesem Zusammenhang ausdrücklich das altehrwürdige "Warzenschwein" A-10, dessen Laufbahn bei der Luftwaffe bereits 1977 begann. Deshalb schlug die US Air Force in ihrem Budgetentwurf für das kommende Geschäftsjahr vor, neben zahlreichen anderen Flugzeugen auch 42 A-10 aus dem Verkehr zu ziehen.

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Der Bestand aktiver A-10 bleibt wohl auch im kommenden Jahr bei 281 Flugzeugen.

Bestand bleibt gleich

Daraus dürfte allerdings nichts werden, denn im US-Repräsentantenhaus sieht man die Dinge anders. Dort gibt es seit jeher eine starke Lobby für das "Warzenschwein", und die schob den Bemühungen der Air Force, den A-10-Bestand zu reduzieren, für 2022 einen Riegel vor. Im kürzlich verabschiedeten "National Defense Authorization Act" (NDAA), dem Bundesgesetz über den Haushalt des Verteidigungsministeriums, wird der Air Force ausdrücklich verboten, den Bestand ihrer A-10-Flotte zu reduzieren. Wörtlich heißt es dort: "Keine der Mittel, die durch dieses Gesetz für das Steuerjahr 2022 für die Luftwaffe bewilligt werden, dürfen zur Ausmusterung, zur Vorbereitung der Ausmusterung oder für die Einlagerung (...) von A-10-Flugzeugen verwendet werden."

Ausnahmen seien nur dann gestattet, wenn eine A-10 durch Unfall so stark beschädigt werde, dass ein Weiterbetrieb ausgeschlossen sei. Allerdings müsse die Air Force dann nachweisen, dass der Totalschaden "nicht auf mangelnde Wartung oder Reparaturen oder auf andere Gründe" zurückzuführen sei.

Kampfflugzeuge

Andere Jets müssen gehen

Damit folgt der NDAA dem Standpunkt von Politikern wie Senator Mark Kelly aus Arizona. Der Kongressabgeordnete und ehemalige Astronaut argumentierte, die Reduzierung der A-10-Flotte ohne adäquaten Ersatz beraube die USA eines "wichtigen Werkzeugs" und sei daher "der falsche Schritt für unsere nationale Sicherheit".

Für alle anderen Flugzeuge, die 2022 zur Ausflottung vorgesehen sind, erhielt die USAF dagegen im NDAA grünes Licht. Die Liste umfasst 48 F-15C/D Eagle, 47 F-16C/D Fighting Falcon, 18 Stratotanker KC-135, 14 KC-10A Extender, 13 C-130 Hercules sowie vier Kommandoflugzeuge E-8 Joint STARS (Boeing 707) und 20 RQ-4 Global Hawk Block 30. Das Gesetz muss nun noch vom Kongress genehmigt werden, damit es rechtskräftig ist. Überraschungen sind dabei jedoch nicht zu erwarten. So bleibt es vermutlich bei der vorgegebenen Devise: Kein Warzenschwein darf in Rente gehen.