In chinesischen sozialen Netzwerken kursieren derzeit Berichte, wonach vier zusätzliche J-10CE-Jets an die usbekischen Luftstreitkräfte übergeben worden seien. Eine offizielle Bestätigung durch Taschkent oder Peking steht dazu bislang aus. Es könnte sich aber bereits um die zweite Tranche handeln.
Vier von 24 Maschinen
Belastbar gesichert ist nämlich bislang nur die Ankunft von zwei Maschinen im Juli vergangenen Jahres in Taschkent. Die Lieferung hatte das usbekische Verteidigungsministerium bestätigt. Gleichzeitig wurde damals bekannt, dass insgesamt 24 Flugzeuge dieses Typs bestellt wurden.
Moderne Variante von bewährtem Jet
Die J-10CE ist die Exportvariante der modernisierten J-10C. Das Flugzeug ist als Entenflügel-Deltajet konzipiert und für hohe Wendigkeit ausgelegt. Seit gut 25 Jahren nutzt China die J-10 selbst, seit 2015 fliegt dort auch die modernisierte J-10C.
Ausgestattet ist die Maschine mit einem aktiv elektronisch gesteuerten Radar (AESA) der KLJ-7A-Familie, das mehrere Ziele gleichzeitig erfassen und bekämpfen kann. Zudem ist der Jet mit PL-15E-Raketen ausgestattet. Mit elf Außenlaststationen lässt sich die Maschine flexibel sowohl für Luftverteidigung als auch für präzise Erdkampfeinsätze ausrüsten.
Angetrieben wird das Kampfflugzeug vom Turbofan-Triebwerk WS-10 – auch aus chinesischer Produktion.
Nicht nur Kampfflugzeuge aus China
Neu ist chinesische Technik auf jeden Fall nicht für die Usbeken. Im Land sind bereits verschiedene Flugabwehrsysteme aus China stationiert, unter anderem das FM-90 sowie das tragbare Luftabwehrsystem QW-18.
Wie der Großteil des Kriegsgeräts aus China, punktet auch die J-10CE mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Nur gut 50 Millionen US-Dollar soll das Mehrzweckkampfflugzeug kosten.
Aus Russland, dem historisch stärksten Partner des Landes, wird allerdings weiterhin kräftig Militärequipment eingekauft.
Zwar hat die Invasion der Ukraine russische Kapazitäten an anderer Stelle gebunden – nämlich primär für das russische Militär –, doch Russland bemüht sich weiterhin um enge Beziehungen zu den zentralasiatischen Nachbarn. Erst im Januar 2025 vereinbarten Usbekistan und Russland engere militärische Kooperation.
Trotzdem wächst der Anteil chinesischer Importe weiter. Denn die Produkte sind tatsächlich deutlich günstiger. Mit der Organisation der Turkstaaten hat sich Usbekistan zudem bereits andere Partner erschlossen.
Pakistanischer Abschuss schürt Interesse
Als die Grenzkonflikte zwischen Pakistan und Indien im vergangenen Jahr eskalierten, konnte eine pakistanische J-10 den Abschuss einer indischen Rafale für sich reklamieren. Das brachte frischen Wind in das chinesische Exportprogramm. Denn laut Berichten sorgte das bereits für neues Interesse aus Algerien, Ägypten, Bangladesch, Indonesien und dem Iran.





