Fotos von den Verhandlungen zwischen kasachischen Luftwaffenoffizieren und chinesischen Rüstungsvertretern kursierten in russischsprachigen Telegram-Gruppen.
Wie aus Unterlagen hervorgeht, die der staatliche Rüstungsexporteur Kazspetsexport kürzlich zugänglich gemacht hat, fanden vom 11. bis 13. August Verhandlungsrunden zwischen kasachischen Militärvertretern und der China National Aero-Technology Import & Export Corporation (CATIC) statt.
Über die genauen Inhalte des Treffens war zunächst wenig bekannt, ehe erste Bildaufnahmen davon in russischsprachigen Telegram-Gruppen auftauchten und öffentlich zirkulierten.
Im Zentrum der Gespräche standen zwei unterschiedliche Beschaffungsvorhaben. Kasachstan will sowohl in der Transportkapazität als auch in der Ausbildung neue Muster einführen.
Zum einen bestätigten die veröffentlichten Dokumente den bereits erwarteten Erwerb des Militärtransportflugzeugs Y-9E. Zum anderen wurde der Kauf von sechs Kampftrainerflugzeugen des Typs K-8W anscheinend besiegelt.
Die K-8 ist ein leichter, kostengünstiger Trainer mit Tandem-Cockpit und moderner Avionik, der in Zusammenarbeit mit Pakistan entwickelt wurde. The K-8W ist eine verbesserte Exportvariante des Standardmodells. Das Flugzeug kann auch leicht bewaffnet eingesetzt werden, was in Myanmar und mutmaßlich auch in Venezuela bereits in Kampfeinsätzen genutzt wurde.
Ein durchgetakteter Zeitplan
Von der Unterzeichnung bis zur vollständigen Einsatzbereitschaft veranschlagen beide Seiten laut den Dokumenten insgesamt nur 26 Monate.
Innerhalb der ersten anderthalb Jahre müssen die Maschinen demnach voll funktionsfähig sein, damit die Werksabnahme erfolgen kann. Übergeben werden sollen die Flugzeuge nach Balkhash in Karaganda im Südosten des Landes.
Dort sollen Montage, Bodentests sowie Flugerprobungen stattfinden, ehe die Flugzeuge offiziell in den Dienst der kasachischen Luftverteidigung übergehen.
Auch wenn die kasachische Luftflotte primär aus sowjetischen und russischen Kampfjets besteht, nutzt das Militär bisher in erster Linie die tschechoslowakische Aero L-39 Albatros. In den 2010er Jahren fanden Gespräche über einen Kauf der Albatros-Nachfolgerin Jakowlew Jak-130 statt, allerdings scheiterten die Verhandlungen an der Finanzierungsfrage.
L-39 wurden modernisiert
Inzwischen wurden die alten L-39 modernisiert. 2020 waren einige Albatros zur Überholung nach Vodochody in Tschechien geschickt worden, unter anderem für den Einbau neuer digitaler Avionik sowie neuer Kommunikationssysteme.
Die erste Maschine kam 2021 zurück nach Balkhash. Ende 2022 waren zehn Maschinen modernisiert, insgesamt besitzt Kasachstan 19 der Trainer.





