In Irkutsk hat es die Jak-130M, eine tiefgreifend überarbeitete Weiterentwicklung des Jet-Trainers Jak-130, erstmals in die Luft geschafft.
Laut Herstellerangaben dauerte der Flug rund 50 Minuten. Dabei erreichte das Flugzeug eine Höhe von bis zu 2000 Metern und eine Geschwindigkeit von 600 Kilometern pro Stunde. Einer der Testpiloten erklärte nach der Landung, das Flugprogramm sei vollständig absolviert worden, es gebe keine technischen Beanstandungen.
Bereits Ende 2025 sollen zwei fertige Exemplare existiert haben, trotzdem gab es bis dato keine Flugtests. Ein dritter Prototyp soll dieses Jahr folgen.
Neues Radar, echte Waffen
Die Jak-130M basiert auf der Jak-130, die seit ihrer Indienststellung 2010 als Standardtrainer für Kampfpiloten der russischen Luft- und Raumfahrtkräfte dient. Kernstück der Modernisierung ist das neue AESA-Radar BRLS-130R, das laut Jakowlew feindliche Drohnen auf bis zu 27 Kilometer orten und gepanzerte Fahrzeuge auf bis zu 35 Kilometer erfassen soll. Hinzu kommt das elektrooptische Zielsystem SOLT-130K.
Neu ist außerdem die Fähigkeit, Luft-Luft-Raketen sowie präzisionsgelenkte Luft-Boden-Waffen mit Satelliten- und Laserführung zu tragen. Damit soll das Muster über den bisherigen Trainingsauftrag hinaus eigenständige Kampfmissionen übernehmen können.
Möglicher Einsatz gegen ukrainische Drohnen
Ob die russische Luftwaffe die Jak-130M tatsächlich beschaffen wird, ist offen. Rostec und Jakowlew scheinen mit dem Muster vor allem den Exportmarkt im Blick zu haben.
Auf der Dubai Airshow im November 2025 wurde die Jak-130M einer internationalen Öffentlichkeit vorgestellt. Jakowlew zufolge haben sowohl bestehende Jak-130-Nutzer als auch potenzielle Neukunden Interesse signalisiert. Konkrete Bestellungen sind bisher nicht bekannt.
Russische und ukrainische Analysten diskutieren daneben eine spezifische Rolle für den innerrussischen Einsatz. Diese sieht die Jak-130M als vergleichsweise günstigen Abfangjäger gegen ukrainische Langstreckendrohnen, die seit geraumer Zeit tief in russisches Gebiet vordringen und erheblichen Schaden anrichten.
Als passende Bewaffnung gilt dabei die lasergelenkte S-8L-Rakete von Kalaschnikow, eine Weiterentwicklung der ungelenkten S-8, die laut Hersteller auch für Luftziele wie Drohnen geeignet sein soll. Allerdings ist bislang nicht bestätigt, ob die S-8L bereits in Serienproduktion geht. Westliche Sanktionen seit 2022 sollen die Entwicklung verlangsamt haben.





