Nach drei durch ukrainische Angriffe zerstörten Maschinen hat die russische Luftwaffe erstmals wieder ein modernisiertes A-50U-Frühwarnflugzeug erhalten.
Ein am 31. Mai auf dem Telegram-Kanal "Fighterbomber" veröffentlichtes Bild zeigt offenbar die Übergabe einer neuen A-50U an die russischen Luft- und Raumfahrtkräfte. Der russische Militärbeobachter kommentierte das Bild lediglich damit, dass eine weitere modernisierte Maschine an das Militär übergeben worden sei.
Sieben Maschinen im Einsatz
Bis 2022 hatte der staatliche Rüstungskonzern Rostec noch selbst über die Auslieferung der fliegenden Kommandozentralen berichtet. Seit dem Beginn des Krieges mit der Ukraine hält sich der Konzern allerdings bedeckt. Die letzte Maschine soll 2024 übergeben worden sein.
Kennnummer und Bordnummer sind auf dem nun veröffentlichten Foto unkenntlich gemacht. Die bisher offiziell ausgelieferten Maschinen trugen die Nummern 33, 37, 41, 42, 43, 45, 47, und 51.
Seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine hat Moskau mindestens drei A-50U verloren. Die erste Maschine wurde am 14. Januar 2024 über dem Asowschen Meer abgeschossen. Am 23. Februar desselben Jahres folgte ein weiterer Abschuss in derselben Region; nach US-Angaben durch ein ukrainisches Patriot-System.
Erst 2025 trafen ukrainische FPV-Drohnen mindestens eine weitere A-50 am Boden.
Analysten schätzen den russischen Bestand an A-50U auf bis zu sieben Exemplare. Neun der Aufklärungsmaschinen sollen ausgeliefert worden sein, zwei wurden zerstört. Russische Quellen berichten, die dritte A-50U befände sich derzeit in Reparatur und sei nicht zerstört worden.
Der Mangel an luftgestützter Radarkapazität gilt als eine der gravierendsten Schwachstellen der russischen Luftverteidigung und erklärt wenigstens zum Teil, warum ukrainische Langstreckendrohnen wiederholt ins russische Hinterland vorgedrungen sind.
Modernisierung seit 2003
Als die NATO in den 1970er Jahren neue Raketensysteme einführte und die älteren sowjetischen Tu-126 gegenüber westlichen Mustern wie dem amerikanischen E-3A zunehmend ins Hintertreffen gerieten, trieb Moskau die Entwicklung eines leistungsfähigeren Nachfolgers voran. Daraus gingen schließlich die A-50 und später die modernisierte A-50U hervor.
Die A-50U ist das Ergebnis eines 2003 angestoßenen Modernisierungsprogramms. Im Kern des Upgrades steht das erneuerte Vega-M-Radarsystem, das die Trackingreichweite von 225 auf bis zu 595 Kilometer steigert und die Zahl gleichzeitig verfolgbarer Objekte von 45 auf 150 erhöht.
Jagdflugzeuge im Tiefflug erfasst das Radar auf 200 bis 400 Kilometer, maritime Ziele auf bis zu 400 Kilometer. Neben dem Radar erhielt die A-50U einen neuen Missionsrechner mit digitaler Signalverarbeitung, die bisherige Analogelektronik wurde weitgehend durch moderne Komponenten ersetzt.
Inzwischen sind in Russland keine A-50 mehr im Einsatz.





