Pyramids-Flug PYR13 hob um kurz nach 1 Uhr nachts (Ortszeit) am Moskauer Flughafen Scheremetjewo ab. Ziel des Airbus A321 mit 200 Fluggästen an Bord war aber nicht Ägypten, wo die erst in diesem Frühjahr gegründete Pyramids Airlines ihr Zuhause hat – sondern Tunesien. Um 3:47 Uhr Ortszeit landete die A321 mit dem Kennzeichen SU-PAE dort auf dem Flughafen von Monastir.
Es war dies der erste Flug einer von nun an täglich angesetzten Charterverbindung, die die russische Hauptstadt mit der nordafrikanischen Küstenstadt verbindet. Zwei Tage zuvor hatte Pyramids Air bereits eine andere Ferienroute aus Russland nach Tunesien gestartet: Am 14. Juli ging es erstmals von Sankt Petersburg nach Monastir. Diese Strecke will Pyramids ab sofort dreimal wöchentlich bedienen.
Sowohl der Flug PYR5 vom Petersburger Airport Pulkowo als auch Flug PYR13 von Scheremetjewo führten Flugzeug, Crew und Passagiere auf ihrem Weg nach Nordafrika unter anderem durch deutschen Luftraum. PYR5 am 14. Juli – ebenfalls bedient von der A321 SU-PAE – überflog zunächst Estland und die Ostsee. Dann ging es über Mecklenburg-Vorpommern und knapp an Berlin und Dresden vorbei nach Süden. Über Tschechien, Österreich, Italien und das Mittelmeer erreichte der Flug schließlich nach vier Stunden und vier Minuten sein Ziel.

Der ägyptische Ferienflieger Pyramids Airlines ging im Februar 2026 an den Start. Aktuell einziges Flugzeug ist die A321 SU-PAE, 26 Jahre alt.
Flüge aus Russland über EU-Gebiet
Der Pyramids-Flug aus Moskau nahm eine ähnliche Route – über Lettland und die Ostsee, dann südlich über Usedom nach Deutschland, östlich an Berlin und knapp westlich an Dresden vorbei, anschließend über tschechiches Gebiet und einen Abstecher durch Bayern nach Tirol, bevor die letzte Etappe durch italienischen Luftraum übers Mittelmeer nach Monastir führte. Vier Stunden und 36 Minuten war die A321 dabei in der Luft.
Flüge aus Russland über europäisches Gebiet sind seit Ende Februar 2022 grundsätzlich selten geworden, da die Sanktionen der EU den Luftraum der europäischen Länder für russische Airlines und in Russland registrierte Flugzeuge zur Tabuzone machen. Da es sich bei Pyramids Airlines jedoch um einen Carrier aus Ägypten handelt, gibt es für die Flüge aus Petersburg und Moskau formal keine rechtlichen Beschränkungen.
Maghreb in Russland im Kommen
Die Charterflüge von Pyramids Airlines, nach Auskunft des Flughafens Pulkowo über Reiseveranstalter buchbar, sind im Übrigen auch nicht die ersten Flugangebote nach Monastir für russische Passagiere. Bereits seit April 2026 bedient die tunesische Nouvelair die Strecken Sankt Petersburg-Monastir und Moskau-Monastir jeweils mehmals wöchentlich – fliegt in Moskau jedoch den Airport Wnukowo an und nutzt, im Gegensatz zu Pyramids Airlines, auch den Luftraum von Polen. Das spart dem eingesetzten Airbus A320 rund eine halbe Stunde Flugzeit.
Bereits im Februar nahm der marokkanische Flag Carrier Royal Air Maroc seinerseits regelmäßige Flüge von Sankt Petersburg nach Casablanca auf. Der Flughafen Pulkowo warb dafür mit dem Argument, von dort erreiche man auch Paris, London, Rom, Madrid, Washington, New York oder Miami.





