Russlands neuester Hubschrauber für extreme Kälte - Einsatz bei -50 Grad Celsius

Einsatz bei -50 Grad Celsius
Russlands neuester Hubschrauber für extreme Kälte

ArtikeldatumVeröffentlicht am 15.07.2026
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Russischer Mehrzweckhubschrauber Mi-171A3 beim Start im Schnee.
Foto: Rostec (Russian Helicopters)

Die russische Teilrepublik Sacha, auch genannt Jakutien, zählt klimatechnisch zu den extremsten Regionen der Erde. Temperaturschwankungen von bis zu 100 Grad Celsius zwischen Sommer und Winter sind hier keine Seltenheit – denn während das Thermometer in den Sommermonaten beinahe an der 40-Grad-Marke kratzt, können die Temperaturen im Winter gut und gerne unter minus 60 Grad Celsius fallen. Das in Jakutien gelegene Dorf Oimjakon (knapp 500 Einwohner) gilt mit einem gemessenen Tiefstwert von minus 67,8 Grad Celsius als kältester dauerhaft bewohnter Ort der Erde.

Zusätzlich zu diesen Wetterextremen ist Jakutien die flächenmäßig größte Verwaltungseinheit der Russischen Föderation – und etwa so groß wie Indien. Während die Inder allerdings mit 1,47 Milliarden Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der Welt stellen, leben in Jakutien nicht einmal eine Million Menschen. Allein diese Angaben belegen, dass das öffentliche Leben in dieser Region vielfältigen Herausforderungen gegenübersteht. Für den Luftverkehr – und die dafür genutzten Flugzeuge und Hubschrauber – gilt das nicht minder. Entsprechend hoch sind die Ansprüche an technische Robustheit und Zähigkeit der eingesetzten Muster.

Mi-171A3 von Russian Helicopters beim Kältetest in Jakutien.
Russian Helicopters

Modernster Spross der Mi-8-Familie

In den ersten Monaten des Jahres musste sich der neue – ohne westliche Bauteile produzierte – russische Mehrzweckhubschrauber Mi-171A3 der jakutischen Extremkälte stellen. Bei Temperaturen bis zu minus 50 Grad Celsius testete die Hersteller-Holding Russian Helicopters, wie der jüngste Sprössling der legendären Mi-8-Ahnenreihe sich im Einsatzbetrieb verhält. Die Ergebnisse, dokumentiert von der russischen Luftfahrtbehörde Rosawiazija, waren offenbar mehr als zufriedenstellend. Zumindest frohlockte Russian Helicopters-Chef Nikolai Kolesow, die Mi-171A3 habe sich "bei extremer Kälte hervorragend bewährt."

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Insgesamt 66 Flüge und 22 Triebwerkstestläufe am Boden seien Teil der Testkampagne gewesen, ergänzte der für die Tests verantwortliche Rosawiazija-Beamte Dmitri Kopysow. Die nun erfolgte Zulassung "erweitert die zu erwartenden Einsatzbedingungen des für den Passagier- und Frachttransport konzipierten Mi-171A3, auch bei widrigen Wetterverhältnissen", so Kopysow weiter. Die Hubschrauberluftfahrt sei für Russland insgesamt "von strategischer Bedeutung und unverzichtbar für die Erschließung abgelegener und schwer zugänglicher Gebiete".

Von denen wiederum gibt es in Jakutien viele, weshalb Hubschrauber wie die Mi-171A3 dringend gebraucht werden.

Mi-171A3, Helikopter, Offshore, Sachalin, Gazprom
Rostec

Spezialisiert auf Offshore-Missionen

Die von der Russian-Helicopters-Tochter Mil & Kamow im Produktionswerk Ulan-Ude hergestellte Mi-171A3 ist der erste vollständig in Russland hergestellte Hubschrauber, der ab Werk speziell für Offshore-Einsätze optimiert wurde. Dieser Einsatzschwerpunkt schließt einen verstärkten Rumpf und ein Notlandesystem für die Wasseroberfläche (bis Seegang 5) serienmäßig mit ein. Ergänzend dazu besitzt die Mi-171A3 aufblasbare Ballonetts, Rettungsflöße für die Crew und ein ausfallsicheres Kraftstoffsystem, das Feuer nach einer Bruchlandung verhindern soll.

Bei Bedarf kann die Mi-171A3 mit einem medizinischen Kabinenmodul, einem Suchscheinwerfer und weiterer Ausrüstung ausgestattet und auf diese Weise in einen Such- und Rettungshubschrauber umgerüstet werden. Dazu kommt ein volldigitaler Autopilot, der den Hubschrauber auch fernab von der Küstenlinie stabil halten und bei eingeschränkter Sicht die Besatzung entlasten soll.

"Die Mi-171A3 soll Städte und abgelegene Dörfer sowie Bohrplattformen und das Festland verbinden, daher widmen wir ihren Tests besondere Aufmerksamkeit", unterstrich Russian Helicopters-Geschäftsführer Kolesow.