Mi-171A3 für „neues Russland“: Erste russische Offshore-Helikopter für Gazprom

Erste russische Offshore-Helikopter für Gazprom
Mi-171A3 für „neues Russland“

ArtikeldatumVeröffentlicht am 11.06.2026
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Foto: Rostec

Über dem Ochotskischen Meer sind die Bedingungen hart. Nicht nur für Menschen, sondern auch für Fluggeräte. Schlechtes Wetter, Wellengang und kalte Temperaturen erfordern spezielle Helikopter, die den Extrembedingungen standhalten können.

Dort will der russische Öl-Riese Gazprom künftig die Mi-171A3 einsetzen. Der russische Staatskonzern Rostec hat Ende Mai drei der neuen Offshore-Helikopter an Gazprom übergeben.

Die Maschinen, gefertigt in der Ulan-Ude Aviation Plant, flogen direkt ab Werk zu ihrem neuen Einsatzort auf die Insel Sachalin.

Ein Hubschrauber für Öl-Plattformen

Die Mi-171A3 ist anders als ihre Vorgänger "rein russisch". Laut Rostec genügt sie trotzdem allen internationalen Sicherheitsstandards für den Offshore-Einsatz. Der Helikopter erfüllt nach Herstellerangaben sogar die Anforderungen der International Association of Oil and Gas Producers.

Konkret bedeutet das, dass ein Notlandesystem für die Wasseroberfläche vorhanden ist. Außerdem sind aufblasbare Rettungsflöße und ein ausfallsicheres Kraftstoffsystem, das Feuer nach einem Aufprall verhindern soll, integriert.

Dazu kommt ein volldigitaler Autopilot, der die Maschine auch auf Routen weit draußen über dem Meer stabil hält und bei eingeschränkter Sicht die Besatzung entlastet. Bei Bedarf lässt sich die Maschine zügig zur Seenotrettungsversion umrüsten.

"Eine der wichtigen Eigenschaften der Mi-171A3 ist die Fähigkeit, auch bei schwierigen meteorologischen Bedingungen zu fliegen", kommentierte Russlands Industrieminister Anton Alichanow bei der Übergabe. "Das Navigationssystem ermöglicht den Einsatz selbst bei Nebel, Niederschlag und schlechter Sicht."

Die Mi-171A3 flog am 14. Dezember 2021 zum ersten Mal.
Rostec

Bisher nur Fremdgerät

Bis dato mussten russische Ölkonzerne für Offshore-Einsätze entweder auf importierte Maschinen zurückgreifen oder auf Helikopter, die für solche Bedingungen schlicht nicht ausgelegt waren. Seit den westlichen Sanktionen war das allerdings kaum noch möglich.

"Dank der Zusammenarbeit zwischen Gazprom und Rostec wird in Russland erstmals die Produktion von hochtechnologischen Meereshelikoptern organisiert", erklärte Gazprom-Chef Alexej Miller.

Die Mi-171A3 sei der erste Helikopter "in der Geschichte des neuen Russland", der nach den modernsten Anforderungen für Flüge über ausgedehnten Wasseroberflächen zertifiziert worden sei, beschrieb Rostec-Vizedirektor Wladimir Artjakow.