Senkrechtstarter ohne Pilot: Sikorsky Nomad 100 besteht erste Flugtests

Senkrechtstarter ohne Pilot
Sikorsky Nomad 100 besteht erste Flugtests

ArtikeldatumVeröffentlicht am 25.07.2026
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Lockheed Martin, Nomad 100, Sikorsky
Foto: Lockheed Martin

Die Lockheed-Martin-Tochter Sikorsky hat die erste Phase der Boden- und Flugerprobung des unbemannten Fluggeräts Nomad 100 abgeschlossen.

Die Tests fanden im Rahmen des DARPA-Programms EVADE (Early VTOL Aircraft Demonstration) statt, das die US-Forschungsbehörde für fortgeschrittene Verteidigungsprojekte betreut.

Die Nomad 100 basiert auf einer von Sikorsky entwickelten Rotor-Flügel-Architektur. Zwei Rotoren sollen sowohl senkrechten Start und Landung als auch Schwebeflug ermöglichen, während das Fluggerät im Reiseflug wie ein Starrflügler operiert.

Damit soll es unabhängig von Start- und Landebahnen einsetzbar sein – etwa auf Schiffsdecks, unbefestigten Landeplätzen oder in provisorisch errichteten Feldlagern, auch bei wechselnden Wetterbedingungen. Für die Steuerung kommt die von Sikorsky entwickelte Autonomiesoftware MATRIX zum Einsatz.

Dieselbe Software soll in Zukunft auch das autonome Fliegen der Helikopter-Legende UH-60 Black Hawk ermöglichen. Tests dazu fanden bereits im vergangenen Jahr statt. Dabei steurte ein Soldat ganz ohne Pilotenausbildung den Helikopter über 130 Kilometer hinweg.

Weitere Tests geplant

Nach den ersten Tests soll die Nomad 100 nun in einem umfangreicheren Testprogramm auf einem Regierungsgelände weiterentwickelt werden. Dabei sollen verschiedene mögliche Einsatzszenarien nachgestellt werden.

Die Nomad 100 ist Sikorskys erster Einstieg in den Markt für unbemannte Fluggeräte. Das Unternehmen positioniert sie als Ergänzung zu bemannten Systemen im Rahmen sogenannter "crewed-uncrewed teaming"-Konzepte, bei denen bemannte und unbemannte Plattformen gemeinsam Missionen ausführen.

Sikorsky hatte die Nomad-Baureihe bereits im Oktober 2025 vorgestellt. Der vom Rotor erzeugte Luftstrom wird durch die Anordnung der Triebwerksgondeln gezielt über die Tragfläche geleitet und erhöht so den Auftrieb, sobald das Fluggerät vom Senkrechtstart in den Horizontalflugmodus übergeht.

Ein erster Prototyp mit rund 3,1 Metern Spannweite, die Nomad 50, diente im März 2025 zum Nachweis des Konzepts. Zum Zeitpunkt der Ankündigung im Oktober 2025 befand sich bereits die größere Nomad 100 im Bau.

Nach Unternehmensangaben lässt sich die Nomad-Familie von Gruppe 3 (rund 25 bis 600 Kilogramm) bis hin zu Gruppe 4/5 (über 600 Kilogramm) skalieren. Die meisten Varianten nutzen einen sparsamen Hybrid-Elektro-Antrieb; für künftige, größere Ausführungen ist ein konventioneller Antriebsstrang vorgesehen.