Bagdad darf Hubschrauber vom Typ Bell 412EPX und Bell 407M sowie dazugehöriges Zubehör erwerben.
Das geht aus einer am 31. August veröffentlichten Mitteilung des Bureau of Political-Military Affairs an den US-Kongress hervor. Der Gesamtwert des Geschäfts wird auf rund 800 Millionen US-Dollar (688 Millionen Euro) geschätzt.
Zum irakischen Bestellwunsch gehören neben den Hubschraubern selbst unter anderem dreiläufige Maschinengewehrträgersysteme des Typs GAU-19, Raketenwerfer M260 mit 2,75-Zoll-Munition (7 Rohre), das elektro-optische und Infrarot-Zielsystem L-3 Wescam MX-15HDI sowie Raketenwarnsysteme des Typs AN/AAR-60 Block 2.
Ergänzt wird das Paket durch UKW-Funkgeräte, Ersatzteile, spezielles Bodenunterstützungsmaterial, technische Dokumentation sowie Trainingsprogramme für Piloten und Wartungspersonal.
Auch technische und logistische Unterstützung durch US-Behörden und beauftragte Unternehmen ist Teil des Angebots.
Laut Mitteilung diene der Verkauf sowohl außenpolitischen als auch sicherheitspolitischen Interessen der Vereinigten Staaten, da er zur Stärkung eines strategischen Partners beitrage.
Zudem solle die Fähigkeit des Irak verbessert werden, aktuellen und künftigen Bedrohungen zu begegnen. Konkret soll das durch bessere Fähigkeiten im Bereich Truppentransport, Aufklärung sowie Luft-Boden-Zielerfassung geschehen.
Irak fliegt schon Helikopter von Airbus
Der Irak orderte bereits 2009 seine ersten bewaffneten Aufklärungshubschrauber vom Typ Bell 407. Die Nachrüstung mit militärischer Ausrüstung erfolgte unter Aufsicht der US-Armee.
Der jetzt bekanntgewordene mögliche Kauf von Bell-Hubschraubern ist nicht das einzige Rüstungsvorhaben, mit dem der Irak seine in die Jahre gekommene Hubschrauberflotte modernisiert.
Bereits im Mai 2025 hatte Airbus Helicopters die ersten beiden von insgesamt 14 bestellten H225M Caracal an die irakischen Streitkräfte übergeben, nachdem der Auftrag erst im Spätsommer 2024 unterzeichnet worden war.
Vorgesehen ist ein breites Einsatzspektrum, das von Truppentransporten über Versorgungs- und Evakuierungsflüge bis zu Anti-Terror-Einsätzen reicht; alle Maschinen sollen zudem mit dem modularen Bewaffnungssystem HForce ausgerüstet werden.
Anlass für die schnelle Umrüstung war der schleichende Verfall der russischen Mi-17-Flotte des Irak, die auf dem Papier rund 45 Maschinen umfasst. Mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ab 2022 geriet die Ersatzteilversorgung ins Stocken, da Moskau eigene Bestände priorisierte.
In der Folge sank die Einsatzbereitschaft der irakischen Mi-17 erheblich. 2024 galten nur noch sieben der Maschinen als flugfähig.





