Nicht nur von Top Gun sind die als Aggressors zur Feinddarstellung genutzten Kampfjets der US Navy bekannt, allen voran die Northrop F-5 Tiger. Die USA lassen das betagte Muster aufwendig modernisieren. Im ARTEMIS-Programm (Avionics Reconfiguration and Tactical Enhancement/Modernization for Inventory Standardization) erhält der Typ neue Avionik, ein große Multifunktionsdisplay im Cockpit sowie eine Überholung von Zelle und Triebwerken. Die Flugzeuge tragen dann die Bezeichnung F-5N+ beziehungsweise F-5F+. Zunächst sollen die 22 in der Schweiz gekauften Jets entsprechend aufgearbeitet werden. Die Arbeiten führt das Unternehmen Tactical Air Support durch, das bereits die F-5AT zu Zieldarstellung betreibt. Den Auftrag dazu hatte die US Navy im Juli 2022 vergeben.
Ob die F-5 allerdings wie ursprünglich geplant mindestens bis 2035 in Dienst bleiben wird, scheint nun fraglich. Trotz der Upgrades sieht die Navy die Maschine wohl nicht mehr als konkurrenzfähig mit aktuelleren Fightern, und plant den Ersatz durch die Boeing F/A-18E/F Super Hornet. Zumindest fordert der Haushaltsentwurf für 2027 einen jährlichen Plan vom Secretary of the Navy über fünf Jahre, wie die Kontinuität der Einsatzbereitschaft während des Übergangs von der F-5 auf die F/A-18E/F sichergestellt werden kann.
Produktion der Super Hornet endet
Allerdings dürften die Super Hornets aus dem aktuellen Bestand der US Navy kommen, denn aufgrund des Produktionsendes im kommenden Jahr sind keine weiteren Bestellungen geplant. Derzeit fliegen noch zwei Navy-Einheiten die Northrop F-5N/F Tiger: Die Fighter Squadron Composite VFC-111 "Sundowners" auf der Naval Air Station Key West in Florida und die VFC-204 "River Rattlers" von der NAS Joint Reserve Base New Orleans in Louisiana. Letztere war erst 2022 von der F/A-18C/D auf die F-5 umgestiegen. Die Tiger kamen von der VFC-13 "Saints" auf der NAS Fallon, die wiederum gebrauchte F-16C/D erhalten haben. Die Fighting Falcons stammen aus Beständen der US Air Force.
Die vierte Aggressor-Einheit bildet die VFC-12 "Fighting Omars" in NAS Oceana, Virginia, die als einziger Feindarstellungsverband bereits die F/A-18E/F betreiben. Sie waren von der Legacy-Ausführung der Hornet umgestiegen, die in der Navy komplett außer Dienst gestellt wurde.
Marines bleiben bei F-5
Auch das US Marine Corps verfügt über zwei mit der F-5N/F ausgestattete Feinddarstellungs-Spezialisten: die Marine Fighter Training Squadron VMFT-401 "Snipers" auf der Marine Corps Air Station Yuma in Arizona und die VMFT-402 "Grim Reapers" der MCAS Beaufort in South Carolina. Ein Umstieg auf die Super Hornet wäre hier aus logistischen Gründen nicht praktikabel, da die F/A-18E/F bis dato nicht bei den Marines im Bestand ist. Daher dürfte die F-5 bei den Ledernacken noch bis 2040 fliegen.





