Der Spruch ist zwar abgedroschen, aber manchmal passt er einfach: Totgesagte leben länger. Das gilt in diesem Fall für die Fairchild A-10 Thunderbolt II der US Air Force, deren Pensionierung zum Jahresende 2026 bereits eingeleitet war. Diverse ehemalige A-10-Verbände gaben in den vergangenen Monaten ihre Maschinen ab, Ende Februar gab die Air Force die letzte planmäßige Instandsetzung einer Thunderbolt II bekannt und kündigte an, die zuständige Abteilung aufzulösen.
Gleichwohl hatte die A-10 bis zuletzt in der Politik, namentlich im US-Kongress, vehemente Fürsprecher, die das nahende Ende zu verhindern suchten – und trat im Krieg der USA gegen den Iran einmal mehr ins Rampenlicht, etwa als Schnellbootjäger in der Straße von Hormus. Auch beim Kampf gegen iranische Kamikazedrohnen sowie beim Rettungseinsatz für die abgeschossene Besatzung der F-15E Anfang April bewährte sich das "Warzenschwein" genannte Muster.
Beinahe zeitgleich testete die US Air Force eine neue Fähigkeit für die A-10 in Form eines sogenannten Probe Refueling Adapters. Dabei handelt es sich um einen klassischen Luftbetankungsstutzen, mit dem sich die A-10 im Flug auch Kerosin aus Tankflugzeugen ziehen kann, die nicht mit einem starren Tankausleger (Boom), sondern mit dem Schlaucht-Trichter-System ausgestattet sind.
Neue Betankungsmöglichkeit
Der Stutzen wird auf die für die Boom-Betankung bereits vorhandene Öffnung am Bug gesetzt. So lässt sich die A-10 unter anderem von der HC-130 Hercules betanken, was den Einsatzradius gerade in vorgelagerten Einsatzgebieten oder bei Spezialmissionen erhöht. Denn mit dem Ausleger des neuesten US-Tankers Boeing KC-46A Pegasus ist die A-10 wegen ihres geringen Gegengewichts nicht kompatibel.
Weiterbetrieb bis 2030
All diese Indizien ließen bereits erahnen, dass der Thunderbolt II, die im März ihr 50-jähriges Dienstjubiläum feierte, womöglich doch noch eine längere Zukunft bevorsteht. US-Luftwaffenminister (Secretary of the Air Force) Troy Meink verbreitete schließlich am Montag, dem 20. April auf seinem X-Account die Kunde, in Absprache mit Kriegsminister Pete Hegseth "werden wir die Einsatzdauer der A-10 'Warthog'-Plattform bis 2030. Damit sichern wir unsere Kampfkraft, während die Verteidigungsindustrie daran arbeitet, die Produktion von Kampfflugzeugen zu steigern."
Die aktiven A-10-Verbände
Medienberichten zufolge sollen die bis 2030 aktiv zu haltenden A-10-Einheiten ein aktives Geschwader auf der Moody Air Force Base und eine Reserveeinheit auf der Whiteman Air Force Base umfassen. Eine zweite Staffel auf der Moody Air Force Base soll den Betrieb bis 2029 aufrechterhalten.
Damit bleibt die A-10 wider Erwarten doch noch ein paar Jahre im Inventar der US Air Force. Neben ihrer ursprünglichen Rolle als Erdkämpfer und "Panzerknacker" für die Luftnahunterstützung dürfte das vergleichsweise langsame, im Betrieb günstige Muster vor allem auf dem Feld der Drohnenabwehr ein relevanter Faktor sein.





