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Probleme mit dem Tankausleger

Boeing muss KC-46A nachbessern

KC-46 refuels A-10 Foto: USAF

Die US Air Force hat Boeing den Auftrag zur Überarbeitung des neuen Tankflugzeugs KC-46A Pegasus erteilt. Dabei geht es um eine nachträgliche Anpassung des Tankauslegers. Boeing erhält dafür von der Air Force 55,5 Millionen US-Dollar.

Die Einführung der KC-46A Pegasus als Nachfolger der alternden Tankerflotte der US Air Force war von Beginn an mit Problemen behaftet. Als am 24. Januar die erste KC-46 feierlich, aber bereits mit drei Jahren Verspätung, an ihre neuen Dienstherren übergeben wurde, sprach Boeing-Chef Dennis Muilenburg denn auch von einem „harten Weg“, den das Programm seither habe zurücklegen müssen. Doch die Probleme hörten damit keineswegs auf. Zweimal verweigerte die Air Force in diesem Jahr bereits die Abnahme neuer Flugzeuge. Im Februar wurden in einigen KC-46 Fremdkörper und vergessene Werkzeuge entdeckt, im April ließ die US-Luftwaffe abermals verlauten, man habe „Fremdkörper und Bereiche ermittelt, in denen Boeing die Qualitätsstandards nicht erfüllte.“

Foto: Patrick Zwerger
Bei der Paris Air Show in Le Bourget gab die KC-46 Pegasus in diesem Jahr ihre Europa-Premiere. Die US Air Force hat 179 der Tanker bestellt.

Mangel zeigte sich erst bei Praxistests

Dafür, dass nun auch noch der Tankausleger, der sogenannte Boom, nachgebessert werden muss, kann Boeing allerdings nichts. Formell entspricht das Design den Vorgaben, und als die US Air Force 2016 den finalen Entwurf der KC-46 für die Serienfertigung absegnete, hatte sie am Boom nichts zu beanstanden. Jedoch offenbarte sich bei späteren Praxistests, dass vor allem leichtere Flugzeuge wie die A-10 Thunderbolt II, aber auch die F-16, beim Tanken mit der KC-46 Schwierigkeiten haben. „Der KC-46-Boom erfordert derzeit mehr Kraft, um ihn ausreichend zusammenzudrücken und die Tankposition beizubehalten“, heißt es in einem Bericht der US Air Force vom 12. Juni. Flugzeuge mit geringerem Eigengewicht müssen daher zum Ausgleich mehr Schub geben, damit sie den nötigen Gegendruck entfalten können. Selbiges sei auch notwendig, um sich nach dem Betanken wieder vom Ausleger zu lösen, so der Bericht weiter. Dies wiederum könne zu Schäden am Boom und am betankten Flugzeug führen.

Air Force stellt Gelder bereit

Diese Schwierigkeiten wollen Boeing und die US Air Force nun mit einem Re-Design des Booms auf Hardware- wie auf Software-Ebene aus der Welt schaffen. Unter anderem sollen geänderte Ventile das Problem lindern. Boeing erhält dafür von der Air Force 55,5 Millionen US-Dollar (49,5 Millionen Euro). So zumindest ist es in einer Vertragsankündigung vom 2. August festgelegt. Ob diese Kosten jedoch neben dem Re-Design auch die erforderlichen Testflüge und die Umrüstung bereits ausgelieferter Flugzeuge decken, ist fraglich. In jedem Fall sollen ab 2021 alle KC-46 mit dem neuen Tankausleger ausgestattet sein.

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