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Tag der offenen Tür in Emmen

Zu Gast bei der Patrouille Suisse

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Zum ersten Mal seit 23 Jahren öffnete der Fliegerhorst Emmen bei Luzern am 18. und 19. Oktober die Pforten für die Öffentlichkeit. Die zahlreichen Besucher erhielten einen Einblick in die Aktivitäten der Schweizer Luftwaffe auf dem Flugplatz. Hier ist unter anderem die weltbekannte Kunstflugstaffel Patrouille Suisse stationiert.

Der Flugplatz Emmen ist die Heimat der Patrouille Suisse mit ihren Northrop F-5E Tiger II. Neben den Jets sind hier aber auch weitere Einheiten stationiert: Die Pilotenschule der Luftwaffe bildet hier angehende Jetpiloten auf der Pilatus PC-21 aus, und die Lufttransportstaffel 7 fliegt von Emmen aus die Pilatus PC-6 Turbo Porter. Die Zielflugstaffel 12 mit ihren Pilatus PC-9 ist für die Zieldarstellung verantwortlich und setzt für scharfe Übungen Schleppziele ein. Die Drohnenstaffel 7 betreibt die Aufklärungsdrohne ADS-95 (IAI Ranger).

Alle Verbände ermöglichten während der gut organisierten „Tage der Öffentlichkeit" Einblicke in ihre Systeme und in ihren Alltag. Außerdem konnten die rund 22000 Besucher fast alle Flugzeuge und Hubschrauber der Schweizer Luftwaffe aus nächster Nähe inspizieren. Nachdem sich der Nebel verzogen hatte konnte die Patrouille Suisse bei bestem Wetter ihr Können demonstrieren. Selbstverständlich machte die Staffel auch Werbung für das nächste Jahr, denn dann feiert die Patrouille Suisse ihr 50. Jubiläum. Gleichzeitig begeht die Schweizer Militärluftfahrt ihr 100jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass veranstaltet die Schweizer Luftwaffe gleich an zwei Wochenenden die Air 14 auf dem Fliegerhorst Payerne bei Fribourg. Jeweils am 30./31. August und am 6./7.September 2014 steigt die Jubiläumsfeier. Auch die FLUG REVUE wird eine Leserreise zum Event des Jahres anbieten.

Chronik: Flugplatz Emmen

1924: Der Stadtrat von Luzern will einen Zivilflugplatz schaffen; das Projekt wird aber noch nicht verwirklicht

1937: in Emmen soll ein Militärflugplatz samt Flugzeugmontagehalle entstehen, der auch zivil genutzt werden kann

1938: die Bauarbeiten beginnen

1939: erste Landung am 7. Juli

1940: Stationierung Morane D-3801

1942: Einführung der C-3603

1944: Umrüstung auf die Messerschmitt Bf 109 G-2

1946: Die Startbahn wird auf 1100 Meter verlängert

1947: Einführung der Pilatus P-2

1948: Die North American P-51 Mustang stößt zur Flotte

1949: Einführung der de Havilland Vampire

1951: Verlängerung der Piste auf 1500 Meter und Flugversuche des Flugzeugwerks Emmen mit der Arbalete

1957: Die Startbahn wird erneut verlängert (nun auf 2500 Meter)

1958: Die Hawker Hunter wird eingeführt

1960: Demonstrationsflüge mit Dassault Mirage III und Saab Draken

1964: Die erste Mirage II für die Schweiz wird nach Emmen überführt

1972: Erprobung der Dassault Milan und Vought A-7

1974: Die ersten zwei Northrop F-5 landen in Emmen

1978: Erstflug einer in Emmen montierten F-5

1985: Die letzte F-5 wird übernommen

1990: Die Pilotenschule führt die BAe Hawk ein

1994: Am 16. Dezember erfolgt der letzte Flugbetrieb mit der Hunter

1997: Versuche mit F/A-18 Hornet

2008: Indienststellung Pilatus PC-21; Erprobung Dassault Rafale, Eurofighter und Saab Gripen

Geschichte der Patrouille Suisse

Die Idee, ein aus Berufspiloten bestehendes Demonstrationsteam ins Leben zu rufen, entstand bereits im Jahr 1959. Die offizielle Gründung der Patrouille Suisse erfolgte am 22. August 1964. Damals erhielt das Überwachungsgeschwader der Schweizer Luftwaffe in Dübendorf bei Zürich den Auftrag, eine sogenannte „Doppelpatrouille" für Demonstrationszwecke zu trainieren. Sie bestand aus vier Flugzeugen des britischen Typs Hawker Hunter Mk 58. Anlässlich der Landesausstellung „Expo 64" in Lausanne und den Feiern zum 50jährigen Bestehen der Luftwaffe intensivierten die Besatzungen ihr Formationsflug-Training.

In Anlehnung an die französische Kunstflugstaffel Patrouille de France benannte man das Team spontan Patrouille Suisse. Im damaligen Eidgenössischen Militärdepartement (EMD) war man von der Publikumswirksamkeit des Formationsflugs überzeugt und beschloss deshalb, die Patrouille Suisse zum offiziellen, nationalen Kunstflugteam zu ernennen. Im Jahr 1965 bestritt das Team erstmals eine ganze Saison mit vier Vorführungen. In der Folgezeit wurde das Programm ständig verfeinert und die exakte Ausführung der einzelnen Figuren perfektioniert. Im Jahr 1970 erweiterte eine fünfte Hunter das Team. Allerdings war es damals wegen der Neutralität der Schweiz noch nicht möglich, an Flugvorführungen im Ausland teilzunehmen. Dies änderte sich 1978, als die Schweizer Kunstflugstaffel zum 25jährigen Bestehen der Patrouille de France nach Frankreich eingeladen wurde und in Salon-de-Provence ihr Können zeigen konnte, erstmals mit sechs Maschinen. Trotz der Einführung neuer Muster bei der Schweizer Luftwaffe blieb die Hawker Hunter weiter das Flugzeug der Patrouille Suisse. Anlässlich der 700-Jahr-Feier der Eidgenossenschaft im Jahre 1991 erhielten die Jets Hunter auf der Tragflächenunterseite die Schweizer Farben Rot und Weiß. Nach 30 Jahren auf dem britischen Jagdbomber verabschiedete sich die Staffel 1994 von der Hunter und stieg auf die Northrop F-5E Tiger II um. Seit 1995 ist die Patrouille Suisse mit ihren Tigern gerngesehener Gast in ganz Europa.

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