Mit der Einführung der ersten strahlgetriebenen Jäger im Zweiten Weltkrieg begann beim ständigen Wettlauf um den besten Fighter eine neue Ära. In dem Jahrzehnt nach 1945 überschlugen sich die Entwicklungsbüros in aller Welt mit immer neuen Entwürfen und trieben die Leistungen der Kampfjets in nie gekannte Höhen. Unsere Top 10-Liste gibt Übersicht, welche Jet-Fighter sich stückzahlmäßig durchsetzten.

Lockheed F-104 Starfighter
2578 Exemplare
Der Starfighter war als radikaler Abfangjäger konzipiert worden, entwickelte sich später aber weit über diese ursprüngliche Rolle hinaus. Der erste Prototyp XF-104 hob am 28. Februar 1954 zum Jungfernflug ab. Schon wenig später erreichte das Muster Mach 1,79 und war damit deutlich schneller als die damaligen Flugzeuge der sogenannten Century-Serie.
Zum eigentlichen Stückzahlerfolg wurde die F-104 allerdings erst außerhalb der USA. Während Lockheed für die US Air Force lediglich 296 Starfighter fertigte, sorgten vor allem internationale Bestellungen und ein umfangreiches Lizenzbauprogramm für hohe Produktionszahlen. Deutschland entschied sich 1958 für das Muster und beschaffte es als Abfangjäger, Jagdbomber und Aufklärer. Auch zahlreiche weitere Länder, darunter Japan, Kanada, Italien, Norwegen, Griechenland und die Türkei, setzten die F-104 ein.
Insgesamt entstanden 2578 Starfighter. Besonders lange hielt sich das Muster in Italien, wo Aeritalia 245 verbesserte F-104S baute. Nach mehreren Modernisierungen blieben die letzten italienischen Starfighter noch bis Oktober 2004 im Einsatz.

Suchoi Su-17/Su-20/Su-22
2867 Exemplare
Mit insgesamt 2867 gebauten Exemplaren schafft es die Suchoi-Familie aus Su-17, Su-20 und Su-22 auf Platz 9 unserer Top 10. Ausgangspunkt war die Su-7, aus der Suchoi einen neuen Jagdbomber mit schwenkbaren Außenflügeln entwickelte. Der Erstflug erfolgte am 1. Juli 1969, 1971 ging das Muster in Dienst. Mit der Su-20 entstand eine Exportversion, die später zur verbesserten Su-22 weiterentwickelt wurde. Gebaut wurde die Familie bis 1990.
Die Su-20 und Su-22 fanden zahlreiche Abnehmer und wurden unter anderem nach Afghanistan, Angola, Ägypten, in die DDR, nach Libyen, Irak, Iran, Peru, Polen, Syrien, Vietnam und Jemen exportiert. Polen setzte die Su-22 noch bis September 2025 ein. Auch in Syrien wurden im August 2026 wieder flugfähige Su-22M3/M4 gesichtet.

Lockheed Martin F-16
4629 Exemplare
Kaum ein Kampfflugzeug blieb über einen so langen Zeitraum erfolgreich wie die F-16 Fighting Falcon. Der erste Prototyp YF-16 hob am 20. Januar 1974 zu seinem unfreiwilligen Erstflug ab. Mehr als 50 Jahre später befindet sich die F-16 noch immer in Produktion.
Fast 30 Nationen entschieden sich im Laufe der Jahre für den wandlungsfähigen Kampfjet. Die F-16, von ihren Piloten auch „Viper“ genannt, wurde nach Vorgaben der US Air Force entwickelt und erhielt unter anderem Fly-by-Wire-Steuerung sowie ein auf gute Rundumsicht ausgelegtes Cockpit. Im Laufe ihrer Karriere entstanden zahlreiche neue Versionen und Modernisierungen.
Auch äußerlich blieb die Grundform der Fighting Falcon weitgehend erhalten, während Avionik, Kommunikationssysteme und Waffenfähigkeiten immer wieder weiterentwickelt wurden. Seit 2019 rollen in den USA erneut neue F-16 aus der Fertigung, während viele Betreiber ihre vorhandenen Flugzeuge modernisieren.

Shenjang J-6 (MiG-19)
4800 Exemplare
Die Shenyang J-6 ist die chinesische Version der sowjetischen MiG-19 und war zugleich Chinas erstes Überschallflugzeug. Der zweistrahlige Jäger entstand ab Ende der 1950er Jahre und wurde über viele Jahre in großer Zahl gebaut. Insgesamt entstanden rund 4800 Exemplare. Die sowjetischen MiG-19 sind in dieser Zahl nicht enthalten.
Die J-6 erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von rund 1540 km/h. Obwohl die chinesischen Streitkräfte das Muster bereits in den 1990er Jahren ausmusterten, sollen einzelne Exemplare später für unbemannte Einsätze umgerüstet worden sein. Auf der Changchun Air Show 2025 wurde erstmals eine entsprechend modifizierte J-6W öffentlich gezeigt.
Die MiG-19 selbst war ursprünglich als schneller Höhenjäger entwickelt worden. Konstruktive Mängel und technische Probleme prägten jedoch ihre Einsatzzeit. In China entwickelte sich die daraus abgeleitete J-6 trotzdem zu einem der meistgebauten Kampfflugzeuge des Landes.

McDonell Douglas F-4 Phantom II
5195 Exemplare
Mit 5195 gebauten Exemplaren hält die F-4 Phantom II bis heute die Bestmarke unter den westlichen Überschalljets. Ihre Entwicklung begann in den 1950er Jahren bei McDonnell in St. Louis, der Erstflug erfolgte am 27. Mai 1958. Ursprünglich als Allwetter-Abfangjäger für die US Navy konzipiert, überzeugte die Phantom mit hoher Geschwindigkeit, Reichweite und Vielseitigkeit. Schon früh stellte sie mehrere Rekorde auf, darunter 1961 einen absoluten Geschwindigkeitsweltrekord mit 2585,086 km/h.
Zum großen Erfolg wurde die F-4 auch deshalb, weil sie nicht nur bei Navy und Marine Corps, sondern später ebenso bei der US Air Force zum Einsatz kam. Damit flog erstmals ein Typ bei allen drei großen US-Teilstreitkräften. Im Juni 1967 erreichte die Produktion in St. Louis mit 72 Flugzeugen pro Monat ihren Höhepunkt.
Auch international war die Phantom stark gefragt. Deutschland beschaffte insgesamt 263 Exemplare und wurde damit zum zweitgrößten Betreiber nach den USA. Weitere Nutzer waren unter anderem Japan, Griechenland, die Türkei, Südkorea und der Iran. Die letzte Phantom entstand bei Mitsubishi in Japan und wurde am 20. Mai 1981 ausgeliefert.

Mikojan-Gurewitsch MiG-23
5266 Exemplare
Mit der MiG-23 folgte Mikojan ab den frühen 1960er Jahren dem damaligen Trend zu Schwenkflügeln. Der Prototyp 23-11/1 absolvierte am 10. Juni 1967 seinen Jungfernflug, 1969 begann die Serienfertigung. In der Anfangsphase bereitete unter anderem die Verfügbarkeit des modernen Sapfir-23-Radars Probleme.
Mitte der 1970er Jahre wurde die MiG-23 gründlich überarbeitet. Dabei erhielt sie ein neues Radar, ein neues Triebwerk sowie neue Lenkwaffen. Auch Versionen für die Bekämpfung von Bodenzielen entstanden. Diese Rolle fiel später jedoch vor allem der daraus entwickelten MiG-27 zu.

North American F-86 Sabre
9860 Exemplare
Mit der F-86 Sabre schuf North American einen der erfolgreichsten westlichen Jagdflugzeugentwürfe der frühen Strahlflugzeugära. Der erste Prototyp XP-86 hob am 1. Oktober 1947 in Muroc Dry Lake ab. Schon beim Erstflug übertraf das Muster die ursprünglich geplante Höchstgeschwindigkeit von 940 km/h.
Zwischen 1948 und 1956 entstanden insgesamt 9860 Exemplare der verschiedenen Sabre-Versionen. Dazu gehörte auch die F-86D „Sabre Dog“, ein Abfangjäger mit Radar im Bug und Nachbrennertriebwerk. Allein von ihr wurden rund 2500 Exemplare gebaut.
Die F-86 entwickelte sich zudem zu einem großen Exporterfolg. Rund 20 ausländische Luftstreitkräfte nutzten das Muster, darunter auch die deutsche Luftwaffe. In Japan entstanden unter Leitung von Mitsubishi weitere 300 F-86 in Lizenz. Auch Kanada und Australien bauten eigene Sabre-Versionen.

Mikojan-Gurewitsch MiG-17
ca. 10 600 Exemplare
Die MiG-17 entstand als Weiterentwicklung der erfolgreichen MiG-15. Wichtigste Änderung war die nun um 45 statt 35 Grad gepfeilte Tragfläche, die bessere Flugleistungen versprach. Der erste Prototyp startete am 14. Januar 1950 in Shukowski zum Erstflug. Schon früh zeigte sich, dass die MiG-17 die Leistungen ihrer Vorgängerin übertraf.
Noch während der Erprobung begannen die Vorbereitungen für die Serienfertigung. Fünf sowjetische Fabriken produzierten den von der NATO „Fresco“ genannten Jäger, später entstanden weitere Varianten wie die MiG-17F mit Nachbrenner sowie die MiG-17P und -PF mit Radar. Auch China, Polen und die Tschechoslowakei fertigten das Muster in Lizenz.
Die Angaben zu den Produktionszahlen unterscheiden sich je nach Quelle leicht. Insgesamt entstanden rund 10.600 Exemplare der MiG-17 und ihrer Lizenzversionen. Mehr als 40 Nationen betrieben die MiG-17, die ab Mitte der 1950er Jahre zu den wichtigsten taktischen Kampfflugzeugen der Sowjetunion gehörte. Selbst heute sollen sich in Nordkorea noch rund 100 Flugzeuge der MiG-17-Familie im Inventar befinden. Ob sie tatsächlich noch flugtauglich sind, ist allerdings unklar.

Mikojan-Gurewitsch MiG-21
11 233 Exemplare
Die MiG-21 gehört zu den berühmtesten Kampfflugzeugen überhaupt. Mehr als 11.000 Exemplare entstanden seit den 1950er Jahren, die rund 2400 chinesischen Chengdu J-7 sind dabei nicht berücksichtigt, da sich aus der MiG-21-Basis im Laufe der Jahre ein weitgehend neues Flugzeug entwickelte.
Die Entwicklung begann 1953 mit einem Forderungskatalog der sowjetischen Luftwaffe für einen neuen, kleinen und leichten Kampfjet. Erste Prototypen entstanden sowohl mit Pfeil- als auch mit Deltaflügel, schließlich setzte sich die Delta-Ausführung durch. Die Großserienfertigung begann im Herbst 1959 mit der MiG-21F, bereits 1960 übernahm die sowjetische Luftwaffe die ersten Exemplare. Im selben Zeitraum sorgte eine eigens optimierte Je-66 für Aufmerksamkeit: Am 31. Oktober 1959 erreichte sie bei einem offiziellen Wertungsflug 2388 km/h und holte damit den Geschwindigkeitsweltrekord in die UdSSR. Im Laufe ihrer langen Karriere entstanden zahlreiche Varianten, deren Aufgaben und Ausrüstung immer wieder angepasst wurden. Neben der Sowjetunion wurde die MiG-21 auch in Indien und der Tschechoslowakei in Lizenz produziert und in mehr als 40 Länder exportiert. Die Serienfertigung in der UdSSR endete erst 1986.

Mikojan-Gurewitsch MiG-15
ca. 18 000 Exemplare
Mit der MiG-15 gelang Mikojan-Gurewitsch einer der erfolgreichsten Jagdflugzeugentwürfe der frühen Strahlflugzeugära. Der erste Prototyp flog am 30. Dezember 1947. Nach der Erprobung begann die Serienfertigung, wobei das kaum veränderte britische Rolls-Royce-Nene-Triebwerk als RD-45 in der Sowjetunion nachgebaut wurde. Die MiG-15 überzeugte vor allem durch ihre vergleichsweise einfache Konstruktion und gute Flugleistungen.
Ihr Einsatzdebüt hatte die bei der NATO „Fagot“ genannte MiG-15 im Koreakrieg 1950. Dort war sie den amerikanischen Mustern in den ersten Kämpfen noch deutlich überlegen, ehe verbesserte Versionen der F-86 Sabre das Kräfteverhältnis wieder ausglichen. Einschließlich der in Polen, der Tschechoslowakei und China in Lizenz gebauten Varianten entstanden insgesamt rund 18.000 Exemplare. Damit führt die MiG-15 unsere Top 10 mit deutlichem Abstand an.





