Der schwedische Rüstungskonzern Saab wird 16 Gripen E an die Ukraine liefern. Ankommen wird Schwedens neuester Kampfjet dort allerdings erst 2029. Neben den Flugzeugen umfasst der Vertrag im Wert von 24,6 Milliarden Kronen (2,2 Milliarden Euro) auch Ersatzteile sowie weiteres zugehöriges Material und Equipment.
Schwedens neuester Kampfjet wird die Fähigkeiten der ukrainischen Luftwaffe grundlegend verändern, erklärte Saab-Konzernchef Micael Johansson.
16 Gripen C/D schon im kommenden Jahr
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verwies zusätzlich auf frühere Vereinbarungen mit dem schwedischen Ministerpräsidenten Ulf Kristersson aus dem Mai. Damals wurde vereinbart 16 etwas ältere Gripen C/D schon Anfang 2027 an die ukrainische Luftwaffe zu übergeben. Die Gripen C/D bekommt die Ukraine unentgeltlich als Teil eines schwedischen Hilfspakets.
Im Mai hatte Stockholm bereits angekündigt, die Kampfflugzeug-Schenkung würde zusätzlich hochwertiges Luftwaffenmaterial, darunter fortschrittliche Munition, zum Beispiel IRIS-T-Raketen, Mittelstrecken-Luft-Luft-Raketen und METEOR-Luft-Luft-Raketen beinhalten.
Selenskyj dankte dem schwedischen Verteidigungsminister Pål Jonson für die Unterstützung und die Zusammenarbeit im Rahmen eines gemeinsamen Treffens. Dabei sei es auch um die konkrete Umsetzung der vereinbarten Schritte sowie um die breitere bilaterale Zusammenarbeit gegangen – darunter Vorbereitungen für ein sogenanntes Drohnen-Abkommen sowie gemeinsame Arbeiten an einer Raketenabwehr.
Was bedeuten die Gripen für die Ukraine?
Vor einem Monat stand noch im Raum, dass die Ukraine 20 fabrikneue Gripen E bestellen würde. Nun sind es deutlich weniger, aber die insgesamt 32 Kampfflugzeuge könnten die Luftwaffe massiv stärken. Immerhin besteht ein Großteil der ukrainischen Flotte trotz Lieferungen westlicher Partner noch immer aus sowjetischen Maschinen, wie der Mikojan MiG-29.
Im Vergleich zu dem mittelschweren Kampfflugzeug, das noch in den 70er Jahren entwickelt wurde, ist die Gripen nicht nur deutlich neuer, sondern auch besser ausgestattet. Auch die älteren Gripen C/D verfügen über Systeme zur elektronischen Kriegsführung. Die Gripen E sind mit einem modernen AESA-Radar ausgestattet.
Außerdem sind die Jets vergleichsweise günstig in der Instandhaltung und brauchen weniger Wartung als vergleichbare Alternativen, wie die F-16, die in geringer Stückzahl auch in der Ukraine fliegen.
Die METEOR-Raketen, die mit den Gripen geliefert werden sollen, haben eine Reichweite von über 100 Kilometern und machen für die Ukraine den Kampf auf große Entfernungen möglich.
Ungeachtet der Fähigkeiten der Gripen braucht die Ukraine ohnehin weitere Kampfflugzeuge. Aus Polen sollen noch MiG-29 an die Ukraine übergeben werden, weitere F-16 und Mirage sollen aus anderen Ländern kommen. Bis 2030 könnte die Ukraine, wenn tatsächlich alle Zusagen eingehalten werden, die Flotte mit über 130 Kampfjets aufstocken.





