Zu Gast bei den letzten Schlachtfliegern der NATO - Bulgarien zeigt seine Su-25 Frogfoot

Zu Gast bei den letzten Schlachtfliegern der NATO
Bulgarien zeigt seine Su-25 Frogfoot

ArtikeldatumVeröffentlicht am 31.05.2026
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Das Örtchen Bezmer im Osten Bulgariens ist nicht sonderlich bekannt, außer in Luftfahrtkreisen. Knapp eine Stunde von der Schwarzmeerküste entfernt liegt ein Fliegerhorst der bulgarischen Luftstreitkräfte, der in der NATO einzigartig ist. Hier sind nämlich die letzten Suchoi Su-25 in Europa außerhalb Russlands und der Ukraine stationiert. In den 80er Jahren hatte das 22. Schlachtfliegerregiment insgesamt 40 Exemplare der sowjetischen Antwort auf die amerikanische Fairchild A-10 erhalten. Heute sind davon nur noch sieben Jets aktiv. Sie erhielten eine umfangreiche Modernisierung, unter anderem mit zwei Multifunktions-Bildschirmen im Cockpit. Von außen lassen sie sich an ihrem neuen, Pixel-artigen Tarnanstrich erkennen.

Wie lange die Frogfoots, so lautete der damalige NATO-Codename für die Su-25, noch aktiv bleiben, ist offen. Auf jeden Fall sind sie außerhalb ihrer Heimat kaum zu sehen. Am 29. Mai jedoch bot sich eine gute Gelegenheit, die exotischen Flugzeuge und ihre Basis zu besuchen. Anlässlich des Weltkindertages öffnete der Flugplatz seine Tore für Kinder und deren Familien. Und auch das innere Kind im Herzen des Autors freute sich beim Anblick der Flightline wie ein Schneekönig: Vier Suchois präsentierten sich wie aus dem Ei gepellt.

Suchoi Su-25 Frogfoot Bulgarien auf der Flightline
Patrick Hoeveler

Ständig Su-25 in der Luft

Während zahlreiche Piloten in spe die Cockpits zweier Frogfoots inspizieren konnten, drehten die anderen Jets unablässig ihre Runden über Bezmer. Dank der spontanen, freundlichen Unterstützung der bulgarischen Luftwaffe ging es auch für einige wenige Fotografen auf Tuchfühlung mit den Schlachtflugzeugen.

Gegenstück zum Warzenschwein

Die Entwicklung der Su-25 hatte bereits Ende der 60er Jahre begonnen. Am 13. Januar 1975 schien in Shukowski bei Moskau alles für den Erstflug des Suchoi-Jets bereit. Bei vorausgegangenen Rollversuchen hatte Testpilot Waldimir Iljuschin zwar Rauch im Cockpit gerochen, aber auch Zeitmangel konnten die Ingenieure dem nicht auf den Grund gehen. Zur Sicherheit ließ Iljuschin vor dem Start die R-9-Triebwerke noch einmal länger mit vollem Schub laufen. Dabei löste sich eine Triebwerksschaufel und durchschlug das Gehäuse. Da der folgenden Brand schnell gelöscht werden konnte, hielten sich die Schäden am Flugzeug in Grenzen. Später stellte sich heraus, dass das die aufgrund des Weglassens des Nachbrenners neugestaltete, hintere Wellenhalterung Vibrationen auslöste.

1000 Stück gebaut

Mit entsprechend modifizierten Triebwerken erfolgte am 21. Februar ein weiterer Rollversuch, der erfolgreich verlief. So konnte Iljuschin einen Tag später zum Premieren-Flug abheben. Bis zur Indienststellung des Musters im Juli 1981 waren jedoch noch zahlreiche Modifikationen notwendig. Auf der internationalen Luftfahrtmesse in Le Bourget 1989 zeigte die Sowjetunion dann erstmals ihren neuen Panzerknacker im Westen. Insgesamt wurden rund 1000 Exemplare gebaut.