Griechische und türkische Phantoms in Belgien: zwei Jet-Legenden (fast) nebeneinander

Zwei Legenden (fast) nebeneinander
Griechische und türkische Phantoms in Belgien

ArtikeldatumVeröffentlicht am 01.07.2026
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Zwei türkische und zwei griechische Phantoms Nase an Nase in Belgien? Nicht ganz. Denn zu den "Belgian Air Force Days" brachten zwar beide Länder ihre F-4 mit, aber ein paar andere Maschinen waren doch zwischen den ikonischen Flugzeugen. Unter anderem hatte ein deutscher Tornado zwischen der hellenischen und der türkischen Luftwaffe Platz gefunden.

Die beiden Länder sind die letzten NATO-Mitglieder, die die F-4 noch fliegen. Ansonsten nutzt nur npch der Iran das zweistrahlige Kampfflugzeug aktiv.

Für Luftfahrtenthusiasten war dieses Aufeinandertreffen der verbliebenen Phantom-Nutzer also allein deswegen eine Besonderheit. Aber auch wegen der ständigen Rivalität der beiden Länder war das Static Display auf dem Fliegerhorst in Florennes politisch aufgeladen.

Letzte Nutzer in Europa

Die Hellenic Air Force (HAF) orderte ihre ersten F-4E im Rahmen des Programms "Peace Icarus" Anfang der 1970er-Jahre und etablierte den Jet schnell als tragende Säule der nationalen Luftverteidigung.

Mehrere Beschaffungswellen folgten, ergänzt durch gebrauchte Maschinen aus US-Beständen. In Anlehnung an das Einführungsprogramm nannte man das Modernisierungsvorhaben "Peace Icarus 2000". Dabei erhielten sie neue Avionik, ein leistungsfähigeres Radar und verbesserte Allwetterfähigkeiten, die der alternden Flotte ein zweites Leben verschafften.

F-4E Phantom  im Flug
Patrick Hoeveler

So hielt Griechenland die Phantoms einsatzfähig, lange nachdem andere Luftwaffen sich längst von dem Muster verabschiedet hatten.

Langsam aber sicher holt die Zeit auch den griechischen Bestand ein, und die Flotte ist stark geschrumpft. Ein Teil der Maschinen ist im Lauf der Jahrzehnte verloren gegangen oder ausgemustert worden.

Wie lange die Phantoms noch fliegen, ist offen. Umbauarbeiten an ihrem Heimatstützpunkt Andravida im Hinblick auf die kommende F-35A-Flotte könnten das endgültige Aus beschleunigen. Ende 2028 sollen die ersten Stealth-Kampfjets dort eintreffen.

Der "Terminator" aus Eskişehir

Die Türkei stieg nahezu zeitgleich mit Griechenland in die Phantom-Beschaffung ein, getrieben ebenfalls von den wachsenden Spannungen zwischen den Nachbarn. Über mehrere Jahrzehnte hinweg flog die türkische Luftwaffe die F-4 in beträchtlicher Stückzahl, verteilt auf mehrere Staffeln und Stützpunkte. Inzwischen sind es noch zwischen 20 und 48 Stück.

Den Sprung in die Gegenwart machte das Muster Ende der 1990er-Jahre mit einer umfassenden Generalüberholung. Aus den alten F-4E wurde die F-4E-2020 "Terminator". Die Maschinen bekamen ein leistungsstarkes EL/M-2032-Radar, ein modernisiertes Cockpit mit Multifunktionsdisplays und HOTAS-Bedienung sowie die Anbindung an Zielbehälter, Datalinks und elektronische Kampfführung.

McDonnell Douglas F?4 Phantom II der türkischen und griechischen Luftwaffe standen in Florennes ganz nah beieinander.
Mirjam Alama

Außerdem können die F-4E-2020 moderne Waffen nutzen, darunter die Lenkwaffe AGM-142 und der türkische Marschflugkörper SOM.

Operativ konzentriert sich der Betrieb heute auf eine einzige Einheit, die 111. Filo "Panther Squadron" in Eskişehir, die die Phantoms auch nach Belgien gebracht hat.

Florennes, Türkei, McDonnell Douglas F?4 Phantom II
Mirjam Alama

Ihre Maschinen nehmen weiterhin regelmäßig an internationalen Übungen teil. Nach aktuellem Stand soll der Betrieb noch bis etwa 2030 fortgesetzt werden, womit die Türkei möglicherweise der letzte aktive Phantom-Nutzer der Welt sein wird, wenn in Griechenland die F-35 endgültig die Phantom obsolet macht – und auch der Iran seine F-4-Restbestände vorher abstellt.