Russland liefert Langstrecken-Lenkwaffe nach Indien: 400 Kilometer Reichweite

400 Kilometer Reichweite
Russland liefert Langstrecken-Lenkwaffe nach Indien

ArtikeldatumVeröffentlicht am 21.04.2026
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R-37M
Foto: Vitaly V. Kuzmin (Wikimedia Commons)

Indien bekommt demnächst neue Raketen aus Russland. Die russische Regierung genehmigte den Export der Luft-Luft-Rakete Wympel R-37M an die indische Luftwaffe. Indische Medien berichten, die entsprechende Freigabe des Kremls sei zwischen März und April erteilt worden.

Den Anstoß gab ein militärischer Konflikt, der die strategischen Planer in Neu-Delhi aufgeschreckt hat. Im Mai 2025 sah sich die indische Luftwaffe mit einer neuen Bedrohung konfrontiert. Nachdem Indien im Rahmen der Militäroperation Sindoor Raketenangriffe auf Pakistan durchgeführt hatte, setzte Pakistan als Antwort auch Kampfjets ein.

Die pakistanischen Jets waren zum Teil mit chinesischen PL-15-Raketen ausgestattet. Die PL-15 hat AESA-Radarlenkung und eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern. Indiens Frontflugzeuge, darunter die russisch-entwickelte Su-30MKI und die Dassault Rafale, gerieten dadurch bei Gefechten ins Hintertreffen.

300 R-37M könnten es werden

Berichten zufolge prüft Indien gegenwärtig einen Vertrag im Umfang von rund 1,2 Milliarden US-Dollar für ungefähr 300 Exemplare der R-37M. Trägersystem soll vor allem die Su-30MKI sein. Die Flanker ist das schwerste Kampfflugzeug im indischen Bestand.

Und die Integration sollte problemlos funktionieren, da die russische Su-30SM baugleiche Komponenten und Avionik nutzt, beschränken sich die notwendigen Anpassungen weitgehend auf Software-Updates.

Jede Maschine soll zwei Raketen unter dem Rumpf mitführen können, ohne dass Flugleistung oder Vielseitigkeit beeinträchtigt werden. Mit einer Reichweite zwischen 350 und 400 Kilometer kann die R-37M nicht nur mit der PL-15 mithalten, sondern auch mit der leistungsstärkeren PL-17.

"AWACS-Killer" R-37M

Eingesetzt wird die R-37M nicht im Nahkampf gegen wendige Jagdflugzeuge. Sie soll hinter den Frontlinien operierende Frühwarnflugzeuge, Tanker und fliegende Kommandostände zerstören. Dafür ist auch die PL-17 konzipiert. Die chinesische Rakete bringt es auf eine Reichweite von 400 Kilometern.

Trotzdem nur Übergangslösung

Indien betrachtet die R-37M nach eigenem Bekunden aber nur als Übergangslösung. Wie auch beim Flugzeugbau ist das oberste Ziel die technologische Eigenständigkeit. Mit der Astra Mk2 entwickelt Indien eine Rakete mit einer angestrebten Reichweite von über 200 Kilometern.

Die Folgeversion Astra Mk3, die sich noch in der Testphase befindet, soll künftig eine vergleichbare Reichweite wie die R-37M erreichen. Bis es so weit ist, muss sich die indische Luftwaffe allerdings auf das russische Produkt verlassen.