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Fliegende Sternwarte

SOFIA startet Wissenschaftsflüge in Neuseeland

Die fliegende Sternwarte SOFIA (Stratosphären Observatorium für Infrarot Astronomie), ein Gemeinschaftsprojekt der NASA und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, ist am 19. Juni 2015 zum ersten Beobachtungsflug der diesjährigen Neuseeland-Kampagne gestartet.

In den kommenden fünf Wochen sind 14 Forschungsflüge mit dem US-amerikanischen Instrument FORCAST (Faint Object InfraRed-CAmera for the SOFIA Telescope) und dem in Deutschland gebauten Ferninfrarotspektrometer GREAT (German REceiver for Astronomy at Terahertz Frequencies) geplant. Dabei werden vor allem Sternentstehungsgebiete in der Großen und der Kleinen Magellanschen Wolke sowie in unserer Milchstraße im Fokus der Wissenschaftler stehen. Mit zwei weiteren Instrumenten und der Sucherkamera des Teleskops soll außerdem eine Sternbedeckung durch den Zwergplaneten Pluto beobachtet werden.

Von seinem Heimatflughafen in Palmdale, Kalifornien, war das fliegende Observatorium bereits am 12. Juni in Richtung Hawaii gestartet, wo die Maschine während eines vierstündigen „Pitstops“ aufgetankt und das Pilotenteam ausgewechselt wurde. Den siebenstündigen nächtlichen Flug nutzten die Wissenschaftler an Bord, um mit dem Instrument FORCAST Gas- und Staubwolken im Galaktischen Zentrum, also dem Herzstück unserer Milchstraße, zu beobachten. Weitere zehn Stunden dauerte der Flug von Honolulu nach Christchurch, wo SOFIA am 14. Juni von gespannten Planespottern erwartet wurde. Bis zum 20. Juli wird ein Team von mehr als 100 Mitarbeitern, darunter Wissenschaftler, Piloten, Wartungsmannschaften und Teleskop-Operateure, die Messkampagne vor Ort durchführen.

Damit die SOFIA-Mission in Neuseeland wieder erfolgreich wird, bekam das Observatorium inzwischen auch Beistand „von oben“: Am 15. Juni überbrachte eine Abgeordnete der Ngāi Tahu-Maori den Segen der Ureinwohner Neuseelands für ein gutes Gelingen der diesjährigen Kampagne, die besonders spannend wird: Am frühen Morgen des 29. Juni gegen fünf Uhr Ortszeit soll mit der Infrarotkamera FLITECAM, der optischen Kamera HIPO und mit der Sucherkamera des Teleskops, dem Focal Plane Imager FPI, eine Sternbedeckung durch den Zwergplaneten Pluto beobachtet werden. Die Art und Weise, wie das Licht des Hintergrundsterns sich beim Durchgang Plutos verdunkelt und nach der Bedeckung wieder aufleuchtet, lässt Rückschlüsse auf die Atmosphäre des Zwergplaneten zu. Dazu ist allerdings ein ausgezeichnetes Timing erforderlich, denn der nur rund 2000 Kilometer breite Schatten des Pluto rast mit rund 80.000 Kilometern pro Stunde über den Südpazifik.

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