Isar Aerospace verschiebt zweiten Spectrum-Flug

Bayerische Trägerrakete
Isar Aerospace verschiebt zweiten Spectrum-Flug

ArtikeldatumVeröffentlicht am 21.01.2026
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Isar Aerospace verschiebt zweiten Spectrum-Flug
Foto: Isar Aerospace

Isar Aerospace musste den für Mittwochabend vom Weltraumbahnhof Andøya Space in Norwegen vorgesehenen zweiten Start seiner Spectrum-Trägerrakete absagen. Grund dafür ist ein Problem mit einem Druckventil, wie das deutsche Start-up am Mittwochmittag mitteilte. Ein neuer Starttermin wurde noch nicht genannt.

Die Mission "Onward and Upward" dient der Qualifizierung des Microlaunchers. Dabei sollen kritische Systeme der Spectrum unter operativen Bedingungen validiert werden. Erstmals befinden sich auch Nutzlasten an Bord der kleinen Trägerrakete: fünf CubeSats und ein Experiment, unter anderem von der TU Berlin, der Universität Maribor und der TU Wien.

Unterstützt wird die Mission vom Boost!-Programm der Europäischen Raumfahrtagentur ESA. Durch Boost! gewann Isar Aerospace den ersten Microlauncher-Wettbewerb der Deutschen Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), in dessen Rahmen die Nutzlasten für diesen Flug ausgewählt wurden.

Erstflug endete in einer Explosion

Der erste Testflug fand vor zehn Monaten, am 31. März 2025, statt und endete nach rund 30 Sekunden im Meer mit einer Explosion. Die Ursache für den Absturz war nach Angaben des Unternehmens ein Verlust der Lageregelung, der auf Biegebewegungen der Rakete beim Start zurückgeführt wurde, die zuvor nicht korrekt modelliert worden waren. Zudem war ein Entlüftungsventil vor dem Start nicht geschlossen worden, weshalb der Druck im Treibstofftank sank. Das wäre im weiteren Flugverlauf zum Problem geworden.

Für Isar Aerospace war der Erststart dennoch ein wichtiger Meilenstein. "Unser erster Testflug war ein voller Erfolg und hat all unsere Erwartungen erfüllt. Die Trägerrakete ist abgehoben, für 30 Sekunden geflogen und wir konnten unser Flight Termination System validieren", so Daniel Metzler, CEO und Mitgründer des bayerischen Raketenentwicklers damals.

Die Spectrum ist eine leichte, zweistufige Trägerrakete für kleine und mittlere Satelliten. Ihre Nutzlastkapazität beträgt nach Angaben von Isar Aerospace 1000 Kilogramm in eine niedrige Erdumlaufbahn und 700 Kilogramm in einen sonnensynchronen Orbit.

Die Spectrum ist 28 Meter hoch und hat einen Durchmesser von zwei Metern. Die erste Stufe wird von neun Aquila-Flüssigkeitsraketenriebwerken à 75 kN angetrieben, die Oberstufe von einem fürs Vakuum optimierten, mehrfach wiederzündbaren Aquila (95 kN). Die Triebwerke hat Isar Aerospace selbst entwickelt. Treibstoff und Oxidator sind Flüssigpropan und Flüssigsauerstoff. Das Aquila-Triebwerk funktioniert nach dem Gasgenerator-Zyklus. Dabei wird ein Teil der Treibstoffe in einem Gasgenerator verbrannt und das heiße Gas treibt die Treibstoffpumpen an.