Mit russischer Unterstützung: Usbekistan will eigenes Raumfahrtprogramm

Mit russischer Unterstützung
Usbekistan will eigenes Raumfahrtprogramm

ArtikeldatumVeröffentlicht am 22.04.2026
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Sojus MS-28
Foto: Roskosmos

Usbekistan will eine Raumfahrtnation werden. Staatspräsident Schawkat Mirsijojew hat das ambitionierte Vorhaben angekündigt, einen ersten nationalen Kosmonauten in den Orbit zu bringen und gleichzeitig einen eigenen Satelliten ins All zu befördern. Russland hat nun seine Bereitschaft signalisiert, dieses Projekt maßgeblich zu unterstützen.

Das zentralasiatische Land knüpft an eine lange Tradition an. Denn bereits zu Sowjetzeiten war Usbekistan in die Raumfahrt involviert.

Wladimir Dschanibekow, geboren in der Sowjetrepublik Usbekistan absolvierte insgesamt fünf Weltraummissionen. Er war der erste in Usbekistan geborene Mensch im Weltraum. Salischan Scharipow, geboren in der Kirgisischen SSR, allerdings usbekischer Abstammung, flog sogar mit dem US-amerikanischen Space Shuttle Endeavour ins All. An diese Geschichte will das Land nun mit einem eigenständigen nationalen Raumfahrtprogramm anknüpfen, wie der Präsident bekannt gab.

Denis Manturow, Erster stellvertretender Ministerpräsident der Russischen Föderation, bekräftigte in Taschkent, Moskau werde seine langjährige Erfahrung und technologischen Kapazitäten einbringen, um die usbekischen Pläne umzusetzen. Russland betrachte Usbekistan als strategischen Partner und wolle das Vorhaben umfassend begleiten.

Auch Satellitenstart vorgesehen

Das Programm sieht unter anderem den Start des wissenschaftlichen Kleinsatelliten "Mirso Ulugbek" für das Jahr 2028 vor. Parallel dazu soll ein leistungsfähiges Ingenieursteam aufgebaut werden, das die technologische Grundlage für künftige Missionen legen soll. Die usbekische Raumfahrtbehörde "Usbekosmos" betont dabei, dass die Anforderungen an den künftigen Raumfahrer außerordentlich hoch angesetzt werden.

Usbekistan will seine wissenschaftliche und technologische Leistungsfähigkeit rasch ausbauen und in der globalen Raumfahrt eigenständig Fuß fassen. Der Aufbau nationaler Kompetenzen in diesem Bereich gilt als wichtiger Baustein zur Stärkung technologischer Souveränität.

Russland engagiert sich unterdessen nicht nur in Usbekistan. Manturow zufolge laufen derzeit Vorvertragsverhandlungen mit einer Reihe weiterer Staaten aus dem postsowjetischen Raum, aus Asien, Afrika sowie dem Nahen und Mittleren Osten. Thema dieser Gespräche sind sowohl die Ausbildung von Kosmonauten für bemannte Missionen als auch die Entwicklung von Kommunikations- und Erdbeobachtungssystemen.