Nach Explosion von New Glenn: Startrampenwiederaufbau könnte bis 2028 dauern

Nach Explosion von New Glenn
Startrampenwiederaufbau könnte bis 2028 dauern

ArtikeldatumVeröffentlicht am 03.06.2026
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New Glenn beim Start während der NG-2-Mission.
Foto: Blue Origin

Nach dem verheerenden Unfall mit der schweren Trägerrakete New Glenn des Unternehmens Blue Origin in der vergangenen Woche, wird die zerstörte Startanlage im Kennedy Space Center in Florida voraussichtlich jahrelang außer Betrieb bleiben.

NASA-Chef Jared Isaacman geht laut einem Bericht des US-Senders CNBC davon aus, dass die Instandsetzungsarbeiten möglicherweise erst 2028 abgeschlossen sein werden.

Explosion bei Triebwerkstest

Die Startrampe, die einzige, von der New Glenn starten kann, wurde durch eine gewaltige Explosion beschädigt. Offenbar war die Rakete zum Zeitpunkt des Unglücks vollständig betankt. Blue Origin bestätigte eine "Anomalie". Alle Mitarbeiter seien unverletzt geblieben.

Laut Blue Origin ereignete sich die Explosion während eines Zündtests der Triebwerke, der standardmäßig vor jedem Start durchgeführt wird.

Der eigentliche nächste Start war frühestens für die folgende Woche geplant. New Glenn sollte dabei 48 Satelliten für Amazons Internetkonstellation Leo in die Umlaufbahn bringen.

NASA bleibt nur noch SpaceX

Nach ihrem erfolgreichen Erstflug im Januar 2025 folgten zwei weitere Starts. Blue Origin wollte nun die Startkadenz deutlich steigern, um mehr Satelliten für das Leo-Netzwerk zu transportieren.

Isaacman betonte, die Behörde stehe hinter Blue Origin und werde das Unternehmen bei Ursachenforschung und Wiederaufbau unterstützen. Auch die NASA hat eigene Untersuchungen eingeleitet.

Für die bemannte und unbemannte Schwerlastlogistik bedeutet der Ausfall, dass die NASA vorerst ausschließlich auf SpaceX zurückgreifen muss. Isaacman machte deutlich, dass im Bereich schwerer Nutzlasten derzeit praktisch nur ein Anbieter einsatzbereit sei.

Blue Origin hatte mit der New Glenn auch den Anspruch verbunden, SpaceX im hart umkämpften Markt für kommerzielle Raumtransporte ernsthaft herauszufordern.