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Neues von Astro-Alex

"Hallo Berlin! I hear you loud and clear!"

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Der deutsche Astronaut Alexander Gerst hat sich in einem Live-Call von der ISS gemeldet und gibt via Social Media regelmäßig Einblicke in seinen ALL-Tag. FLUG REVUE berichtet von der Horizons-Mission und gibt einen Ausblick auf kommende Highlights.

Alexander Gerst hat sich am 4. September erneut in einer Video-Schaltung gemeldet. Nach einem Video-Call in seine baden-württembergische Heimatstadt Künzelsau und bei einem Kraftwerk-Konzert in Stuttgart im Juli 2018 hatten nun vor allem Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, mit einem echten Astronauten zu sprechen. Zeitgleich übertrug das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) die Veranstaltung live.

"Es macht sehr viel Spaß, hier zu arbeiten", brachte Gerst sein Leben im All auf den Punkt. "Zu wissen, dass man genau alle diese Resultate wieder mit zur Erde zurückbringt irgendwann, um das Leben auf der Erde besser zu machen, das erfüllt mich mit sehr viel Glück und auch ein bisschen Stolz, dass ich hier sein kann", so fasste er seine Mission zusammen. Gerst erzählte von den Vorzügen des Menschen gegenüber einem Roboter und demonstrierte, dass Schwimmbewegungen im All nicht zur Fortbewegung genutzt werden können. Besonders vermisse er Gemüse und nicht etwa Pizza, wie man es zunächst vermuten könnte, antwortete er auf eine dementsprechende Frage. Wenn er alles machen könne, was er wolle, dann würde sich Gerst sehr gerne Mond, Mars und die Ringe des Saturn ansehen und weiter zu den Sternen reisen, um alles zu erforschen. "Ich finde es toll, dass ihr euch Gedanken über die Zukunft macht", ermunterte er den Nachwuchs, seinen Träumen eine Chance zu geben.

Per Twitter lässt Gerst rund 1,2 Millionen Follower an seinem Leben auf dem Außenposten der Menschheit rund 400 Kilometer über der Erde teilhaben. Ob von einer Geburtstagsfeier eines amerikanischen Kollegen im All, bei Experimenten am eigenen Körper oder während Wartungsarbeiten an der ISS: Seit seinem Start am 6. Juni und dem Andocken an die ISS zwei Tage später versorgt er die "Daheimgebliebenen" mit Bildern und Videos aus dem All. Für die europäische Raumfahrtagentur ESA schreibt er einen Blog.

Ein besonderes Anliegen ist ihm die Begeisterung des Nachwuchses für Wissenschaft und Technik. Im Audimax der Technischen Universität Berlin hatten nun Kinder und Jugendliche im Rahmen der "Raumfahrt-Show" des DLR die Gelegenheit, Astro-Alex Fragen zu stellen und aus erster Hand über das Leben auf der ISS zu erfahren. Die Live-Schalte war der Höhepunkt dieser Veranstaltung, abgerundet durch ein buntes Bühnenprogramm. An insgesamt 20 Orten in Deutschland hat der Nachwuchs im Rahmen einer "Raumfahrt-Show" Gelegenheit, sich während Gersts Aufenthalt auf der ISS von Raumfahrt und der Horizons-Mission begeistern zu lassen. 

Das Auditorium der Technischen Universität war gut gefüllt. Viele Schülerinnen und Schüler hatten die Gelegenheit, Alexander Gerst während des Live-Calls hautnah zu erleben. Foto und Copyright: DLR

Viele Experimente der Horizons-Mission werden von Gerst im europäischen Columbus-Modul durchgeführt, welches dieses Jahr seinen zehnten Geburtstag im All feiert. Über 60 Experimente sind im Verlauf der Mission geplant, 41 davon laufen mit deutscher Beteiligung. Das Portfolio reicht dabei vom Erforschen von Schmelzen und Plasmen in der Schwerelosigkeit, ultrakalter Atomforschung und der Beobachtung des Ökosystems der Erdoberfläche bis zum menschlichen Immunsystem und der Verbesserung der Rehabilitation bei Muskel- und Knochenschwund. Bereits erfolgreich durchgeführt wurde die Installation der ICARUS-Antenne (International Cooperation for Animal Research Using Space), um von der ISS aus Tierwanderungen aller Art weltweit verfolgen zu können. Ebenfalls erfolgreich verlief die Fernsteuerung des humanoiden Roberts "Rollin' Justin" in Oberpfaffenhofen. 

Im September und Oktober sind zwei Außenbordeinsätze geplant, bei denen Gerst zusammen mit einem Kollegen weitere Experimente und Reperaturen im Weltall durchführen wird. Ein weiteres Highlight kommt für den Baden-Württemberger im Oktober: In der zweiten Hälfte seiner Mission ist er Kommandant der ISS und leitet die Expedition 57. Gerst ist somit der erste deutsche Kommandant und der zweite europäische nach Frank de Winne 2009.

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