Pentagon will Atomreaktoren im Weltall: Ziel ist 2031

Ziel ist 2031
Pentagon will Atomreaktoren im All

ArtikeldatumVeröffentlicht am 15.04.2026
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Pentagon will Atomreaktoren im All
Foto: NASA

Mit der "Initiative für US-Nuklearmacht im All" will die Trump-Regierung Kernenergie in den Weltraum bringen und für die Raumfahrt nutzbar machen. In fünf Jahren soll ein funktionsfähiger Atomreaktor die Erde umkreisen. So jedenfalls der Plan.

Michael Kratsios, Chef des Büros für Wissenschaft und Technologie im Weißen Haus, stellte am Dienstag, dem 14. April, das neue Konzept vor. Es soll eine enge Zusammenarbeit zwischen der NASA und dem Verteidigungsministerium ermöglichen. Beide Behörden werden konkurrierende Entwürfe entwickeln, die sich gegenseitig fördern sollen.

Stromversorgung für Mond und Mars

Kernkraft im Weltall könnte die langfristige Versorgung für robotische und später auch menschliche Missionen sichern, so die Überzeugung der Regierung. Energieversorgung, Heizung und Antrieb sollen sich mit Atomreaktoren im All realisieren lassen.

Der Zeitplan ist ehrgeizig und wohl auch unrealistisch. Die NASA soll bis 2030 einen mittleren Reaktor für die Mondoberfläche entwickeln. Das Verteidigungsministerium hat den Auftrag, bis 2031 ein entsprechendes System in die Erdumlaufbahn zu bringen, falls die nötigen Mittel bewilligt werden. Das steht nämlich noch aus.

Detaillierte technische Vorgaben

Die Reaktoren müssen laut Plan mindestens 20 Kilowatt Leistung erbringen und drei Jahre im Orbit oder fünf Jahre auf dem Mond funktionieren. Langfristig könnte aus diesen Systemen ein Reaktor mit mindestens 100 Kilowatt entstehen, so die Vorstellung der Regierung.

Verzögerungen sind bei US-Weltraumprogrammen keine Seltenheit. Die Mission Artemis II, die am 1. April dieses Jahres erfolgreich zum Mond startete, hätte eigentlich bereits im November 2024 stattfinden sollen.

Ein Schlupfloch gibt es allerdings für die Weltraumbehörde und die Regierung in Sachen Atomreaktor: Die NASA kann auch einen kleineren Reaktor mit mindestens einem Kilowatt in Betracht ziehen, wenn dieser Kosten und Zeitplan verbessert.

Für das Entwicklungsprogramm sollen mehrere private Unternehmen miteinander konkurrieren und ihre Entwürfe bis zur grundsätzlichen Designphase und Bodentests entwickeln. Innerhalb eines Jahres soll die Behörde die Anzahl der Kandidaten auf maximal zwei reduzieren. Die nationale Weltraumbehörde lagert seit einiger Zeit Entwicklung und Kosten immer mehr auf den freien Markt aus. Das soll günstiger sein und Innovation fördern.

Das Pentagon soll eine eigene Strategie verfolgen und trotzdem eng mit der NASA zusammenarbeiten. Im ersten Jahr investiert das Verteidigungsministerium seine verfügbaren Mittel in die Entwicklung der Weltraumbehörde. Ab dem zweiten Jahr soll das Pentagon mindestens zwei konkurrierende Hersteller durch Design und Bodentests führen.

Unterstützung durch das Energieministerium

Das US-Energieministerium muss innerhalb von 60 Tagen bewerten, ob die amerikanische Nuklearindustrie vier Weltraum-Reaktoren innerhalb von fünf Jahren produzieren kann; einschließlich Design, Langzeitkomponenten und Brennstoffversorgung.

Zusätzlich soll das Ministerium Grundlagenforschung betreiben, um technologische Lücken zu schließen, etwa die Entwicklung hochtemperaturbeständiger Brennstoffe und Materialien für effizientere Reaktoren.

Wieso das Ganze?

Die USA wollen wieder auf den Mond und perspektivisch tiefer ins All und auf den Mars. Dazu soll auch Infrastruktur auf dem Mond errichtet werden, damit dort Rohstoffe abgebaut werden können. Das neue Mondbasen-Konzept folgt einer dreistufigen Strategie.

Zunächst werden automatische Missionen häufiger durchgeführt. In einer zweiten Phase sollen regelmäßige Astronautenlandungen folgen. Die dritte Phase zielt auf eine permanente menschliche Präsenz mit schwerem Gerät und Versorgungslogistik.

Der Konkurrenzdruck ist hoch. China und Russland arbeiten ebenfalls an eigenen Mondstationen und Weltraumprogrammen, um die Rohstoffnutzung im All nicht allein US-Firmen zu überlassen. Mit seiner Kernenergie-Strategie und den intensivierten Mondmissionen will Washington technologisch voraus sein.