SLS-Rakete für Artemis-II-Mondmission vor Rollout

NASA-Mission Artemis II
SLS-Rakete für bemannte Mondumrundung vor Rollout

ArtikeldatumVeröffentlicht am 12.01.2026
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SLS-Rakete für bemannte Mondumrundung vor Rollout
Foto: NASA/Joel Kowsky

Das Space Launch System (SLS) mit der Orion-Kapsel soll demnächst aus dem Vehicle Assembly Building (VAB) des Kennedy Space Center in Florida zur Startrampe befördert werden. Die NASA kündigte an, dass der Rollout mit dem Kettenfahrzeug Crawler-Transporter-2 zum Launch Pad 39B frühestens für Samstag, 17. Januar geplant ist. Die fast 7 Kilometer lange Fahrt wird bis zu zwölf Stunden dauern.

NASA

Der Start von Artemis II könnte bereits am 6. Februar stattfinden – wenn alles glattläuft. Sobald die SLS-Rakete auf der Startrampe angekommen ist, beginnen die Vorbereitungen auf den Start, beispielsweise werden Stromkabel und Tankschläuche des Bodenequipments mit der Rakete verbunden und das ganze System angeschaltet, um zu checken, ob die Flughardware-Komponenten richtig funktionieren und mit der Bodeninfrastruktur interagieren.

Startmöglichkeiten bis in den April

Für Ende Januar ist ein sogenannter Wet Dress Rehearsal geplant, eine Art Generalprobe vor dem Start. Dabei wird die gesamte Prozedur bis zum Countdown durchgespielt, inklusive Be- und Enttankung, allerdings ohne Astronauten an Bord. Nach Angaben der NASA könnten mehrere Wet Dress Rehearsals nötig sein, um nachzuweisen, dass das SLS bereit ist für den Flug. Sollten zusätzliche Arbeiten notwendig sein, könnte die Rakete auch zurück ins VAB gerollt werden. Das war vor dem ersten Start des SLS im Rahmen von Artemis I im November 2022 der Fall gewesen.

Ob ein Start am 6. Februar klappt, hängt nicht nur von einem erfolgreichen Wet Dress Rehearsal ab, sondern auch vom Ergebnis der sogenannten Flight Readiness Review. Dabei evaluiert das Missionsmanagement-Team die Flugbereitschaft aller Systeme, darunter Flughardware und Startinfrastruktur, aber auch die für den Start und den Flug verantwortlichen Mannschaften. Abhängig von den Zwängen der Orbitalmechanik ergeben sich weitere Startmöglichkeiten am 7., 8., 10. und 11. Februar, sowie am 6., 7., 8., 9. und 11. März und am 1., 3., 4., 5. und 6. April.

Spezielle Anforderungen an Flugbahn von Artemis II

Für die Artemis-II-Mission muss das SLS Orion in einen hohen Erdorbit bringen, wo zunächst die Lebenserhaltungssysteme der Kapsel getestet werden. Zudem muss Orion sich zum Zeitpunkt der Zündung für den Einschuss in die Mondumlaufbahn in der richtigen Ausrichtung zur Erde und zum Mond befinden. Bei diesem Manöver wird die Kapsel mit den NASA-Astronauten Reid Wiseman, Victor Glover und Christina Koch sowie dem Kanadier Jeremy Hansen auf Kurs für einen Vorbeiflug am Mond und in eine freie Rückkehrflugbahn gebracht. Für letzteres wird die Schwerkraft des Mondes genutzt, um Orion ohne zusätzliche größere Antriebsmanöver zur Erde zurückzulenken.

Als Missionsanforderung kommt hinzu, dass Orion nicht länger als 90 Minuten in der Dunkelheit fliegt, damit die Stromversorgung über die Solarpaneele funktioniert und die optimale Temperatur gehalten werden kann. Bei der Wahl des Starttags muss auch darauf geachtet werden, dass er eine Flugbahn ermöglicht, die das richtige Wiedereintrittsprofil von Orion unterstützt. Zudem spielt auch immer das Wetter am Starttag eine Rolle.

Artemis II ist die erste bemannte Mondmission seit mehr als 50 Jahren. Die Mission soll rund zehn Tage dauern. Die nächste Mission Artemis III soll Mitte 2027 starten und erstmals seit Apollo 17 wieder Menschen auf den Mond bringen. Das nach der griechischen Göttin des Mondes benannte Artemis-Programm ist wegen technischer Probleme um mehrere Jahre verzögert.