Sojus-2.1b: Russland startet Militärsatelliten vom Kosmodrom Plessezk

Kosmodrom Plessezk
Russland startet Militärsatelliten

ArtikeldatumVeröffentlicht am 20.04.2026
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Am Freitag wurde eine Sojus-2.1b vom Kosmodrom Plessezk im Auftrag des russischen Verteidigungsministeriums gestartet. Um 2:17 Uhr Ortszeit hob die Trägerrakete ab. Mit an Bord waren "Raumfahrzeuge im Interesse des Verteidigungsministeriums".

Über die genaue Nutzlast schweigt das Verteidigungsministerium allerdings. Vermutlich handelt es sich um Militärsatelliten. Nach offiziellen Angaben verlief beim Start alles planmäßig.

Die Raumfahrzeuge erreichten ihre Zielumlaufbahn und wurden anschließend von den Bodenstationen der Weltraumstreitkräfte übernommen. Stabile Verbindung sei hergestellt, alle Bordsysteme funktionierten normal, teilte das Ministerium mit.

Sojus-2.1b mit anfänglichen Schwierigkeiten

Gestartet wird die Sojus-2.1b von allen drei großen russischen Kosmodromen – Baikonur in Kasachstan sowie Plessezk im Nordwesten Russlands und Wostotschny im Südosten des Landes. Ihren Erstflug absolvierte die Rakete 2006 von Baikonur aus. Der erste Start von Plessezk folgte im Juli 2008 mit dem Militärsatelliten Kosmos-2441.

Die Karriere der Rakete verlief jedoch nicht ohne Rückschläge. Am 23. Dezember 2011 endete ein Start von Plessezk mit einem Unfall. Ein Versagen des Antriebssystems der dritten Stufe führte zum Verlust des Satelliten an Bord.

Auch der erste Start von Wostotschny im November 2017 misslang. Die Rakete konnte einen Wettersatelliten sowie 18 Kleinsatelliten nicht in die Umlaufbahn bringen. Insgesamt ist die Sojus-Raketenfamilie allerdings eine der verlässlichsten der Welt, mit einer Zuverlässigkeitsquote von über 95 Prozent.

Die dreistufige Trägerrakete wurde vom Progress Raketen- und Raumfahrtzentrum im russischen Samara entwickelt und gefertigt. Sojus-2.1b ist eine Weiterentwicklung der Sojus-U, die von 1973 bis 2017 in Betrieb war. Eingesetzt wird die Sojus-2.1b sowohl eigenständig als auch in Kombination mit der Oberstufe Fregat, entwickelt vom russischen Raumfahrtunternehmen NPO Lawotschkin. Mit dieser Kombination lassen sich Raumfahrzeuge in nahezu alle erdnahen Umlaufbahnen bringen.