Kombinierte Tests
Erste Ariane 6 auf der Startrampe

Demnächst steht eine Zündung des Vulcain-2.1-Triebwerks der Hauptstufe auf dem Programm.

Erste Ariane 6 auf der Startrampe
Foto: ESA/M. Pedoussaut

Zum ersten Mal steht am europäischen Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guayana eine vollständig integrierte Ariane 6 auf der Startrampe. Abheben wird diese Ariane 6 jedoch nicht. Sie wird für die sogenannten kombinierten Tests vor dem Erstflug im kommenden Jahr genutzt.

Dem Zentralkern, der bereits am 11. Juli in der Startzone angekommen war, und den vier bereits montierten Feststoffbooster-Modellen wurde kürzlich der obere Raketenteil hinzugefügt. Es handelt sich um zwei halbe Nutzlastverkleidungshalbschalen sowie ein Satelliten-Mock-up inklusive dem Strukturadapter, der das Nutzlastmodell mit der Oberstufe verbindet. Diese letzten Teile haben die zehn Kilometer lange Reise von der Verkapselungs-Werkhalle bis zum Startplatz nach Angaben der europäischen Raumfahrtagentur ESA am 12. Oktober absolviert.

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Mit dem Bau, Transfer und der Installation dieses 6,20 Meter langen oberen Teils der Ariane 6 mit einem Durchmesser von 5,45 Metern sei der Montage-Prozess der neuen europäischen Trägerrakete nun bestätigt worden, so die ArianeGroup. In den kommenden Wochen stellen Teams der ESA, der ArianeGroup und der französischen Raumfahrtagentur CNES die mechanischen, elektrischen und Flüssigkeitsverbindungen zwischen dem Testmodell der Ariane 6 und der Startrampe her.

Wichtiger Schritt zur Qualifizierung der neuen Rakete

"Mit der Bereitstellung einer kompletten Ariane 6 auf der Startrampe in Kourou haben wir nun bei den kombinierten Tests einen neuen Meilenstein erreicht. Das Programm wird nun mit der statischen Zündung der Kernstufe auf der Startrampe fortgeführt", so André-Hubert Roussel, CEO der ArianeGroup, die die Ariane 6 sowie ihre Vorgängerin Ariane 5 entwickelt und baut. Die kombinierten Tests mit Haupt- und Oberstufe sowie den Feststoffboostern dienen dazu, alle Schnittstellen und die Kommunikation zwischen der Ariane 6 und der neuen ELA-4-Startrampe zu testen, ebenso die Flugsoftware und die Software des Leitstands.

Zudem werden die Tanks der Haupt- und Oberstufe testweise mit flüssigem Wasserstoff und Sauerstoff befüllt und entleert. Schließlich wird die Ariane 6 auf der Startrampe, die in diesem Fall als Prüfstand dient, einem Heißlauftest unterzogen. Die Testserie schließe die Zündung des Vulcain-2.1-Triebwerks der Hauptstufe, den Abbruch von Zündungen sowie Langzeitzündungen mit Unterbrechung der Schnittstellen ein, so die ArianeGroup

Vor wenigen Tagen haben im baden-württembergischen Lampoldshausen beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt die Heißlauftests einer kompletten Ariane-6-Oberstufe begonnen.

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