Astrolight ist ein litauisches Unternehmen für Laserkommunikation, das sich auf zwei Domänen spezialisiert hat. Einmal optische Kommunikationssysteme für den Weltraum und Lasersysteme für die maritime Kommunikation zwischen Schiffen.
Im Gespräch mit CEO Laurynas Mačiulis wird schnell deutlich, dass die Firma zwar enge Verbindungen zur Verteidigungsbranche pflegt, ihre Systeme aber bewusst als Dual-Use-Technologie positioniert.
Herkömmliche Satellitenkommunikation ist anfällig, denn Funk lässt sich leicht stören oder abhören. Astrolight will andere Möglichkeiten bieten.
Statt Radiowellen nutzt die Firma gebündeltes Laserlicht, um Daten zwischen Satelliten und Bodenstationen zu übertragen. Die Vorteile der Technologie sieht inzwischen auch die NATO – und einige weitere europäische Kunden, die Mačiulis nicht nennen darf.
Laser statt Funk
Optische Kommunikation überträgt Informationen nicht per Funkfrequenz, sondern als eng gebündelten Lichtstrahl zwischen zwei Terminals. Die Datenraten liegen um ein Vielfaches höher, während der schmale Strahl selbst kaum aufzuspüren ist.
Ein Laserlink lässt sich also weder abhören noch stören, ohne dass man ihn zuvor überhaupt lokalisiert hätte.
Für zivile Anwendungen wie die Erdbeobachtung bedeutet die schnellere Datenübertragung. Militärische Kommunikation kann so stattfinden, ohne abgehört zu werden. Das funktioniert terrestrisch, aber auch zwischen Satelliten im All.
Test auf See
Wie tragfähig dieses Prinzip unter realen Bedingungen ist, zeigte sich im Herbst 2025 bei REPMUS, der größten unbemannten Marineübung der NATO.
Zwei Kriegsschiffe hielten über Astrolights POLARIS-Terminals eine stabile Laserverbindung über Sichtweite aufrecht. Über den Link liefen genug Daten für mehr als zehn parallele HD-Videoströme in Echtzeit.
Mačiulis erklärte im Interview, es brauche kein gutes Wetter für die Laserkommunikation. Regen und Wolken schaden nicht. Nur dichter Nebel kann potenziell störend wirken.
Vom Erdorbit zurück zur Erde
In Grönland baut das Unternehmen gemeinsam mit der europäischen Weltraumorganisation ESA die nördlichste optische Bodenstation ihrer Art. Nahezu alle erdbeobachtenden Satelliten überfliegen die Polarregion besonders häufig, was dichte Kontaktfenster für Datenübertragungen schafft.
Eine optische Bodenstation soll nicht nur schnellere, sondern auch redundante, störungsresistente Verbindungswege für Behörden und Militär in der Region schaffen.
Ein drittes Projekt zeigt, wie sich die Technologie über verschiedene Missionsphasen hinweg denken lässt.
Gemeinsam mit dem Unternehmen ATMOS Space Cargo will Astrolight erstmals eine Laserverbindung zwischen einem wiedereintretenden Raumfahrzeug und einem Satelliten in der Erdumlaufbahn demonstrieren. Das Projekt soll 2027 stattfinden.
Bislang gilt der Wiedereintritt in die Atmosphäre als kommunikationstechnisch besonders heikle Phase, weil klassische Funktelemetrie dabei oft ausfällt. Ein durchgehender optischer Datenkanal soll künftig auch während dieser kritischen Phase Einblick in Systemzustand und Kurs liefern.





