Liberty-Lifter-Studienverträge mit Geneal Atomics und Aurora
DARPA untersucht neues Seemonster

Zwei Teams – General Atomics und Aurora Flight Sciences – werden Entwürfe für den sogenannten Liberty Lifter Seaplane Wing-in-Ground Effect Full-Scale-Demonstrator der militärischen Forschungsbehörde DARPA entwickeln.

Das Liberty-Lifter-Ausgangskonzept von Aurora Flight Siciences Anfang 2023.
Foto: Aurora Flight Sciences

Das Liberty Lifter-Programm zielt darauf ab, einen Sprung in den Transportfähigkeiten zu demonstrieren, indem ein kostengünstiges X-Plane mit großer Reichweite entworfen, gebaut, schwimmfähig gemacht und geflogen wird, das in der Lage ist, strategische und taktische Schwerlasttransporte auf dem Meer durchzuführen.

Der geplante Liberty-Lifter-Demonstrator wird ein großes Flugboot sein, das in Größe und Kapazität dem Transportflugzeug C-17 Globemaster III ähnelt. Zu den Zielen gehören Start und Landung bei Seegang 4, ein dauerhafter Betrieb auf dem Wasser bis zu Seegang 5 und ein ausgedehnter Flug im Bodeneffekt, aber mit der Fähigkeit, in Höhen von bis zu 3500 Meter über dem Meeresspiegel aus dem Bodeneffekt heraus zu fliegen.

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Die DARPA fordert eine Reichweite von mehr als 12000 Kilometern, Fliegen im Bodeneffekt bei Seegang bis zu 5 (bis zu vier Meter Wellenhöhe) und einer Ladekapazität für zwei USMC Amphibious Combat Vehicles (ACV) oder sechs 6-m-Container.

General Atomics arbeitet mit der Maritime Applied Physics Corporation und Aurora Flight Sciences mit Gibbs & Cox und ReconCraft zusammen.

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"Die beiden Teams haben deutlich unterschiedliche Designansätze gewählt, die es uns ermöglichen werden, in Phase 1 ein relativ großes Designspektrum zu erforschen", sagte Christopher Kent, DARPA Liberty Lifter Program Manager.

Das Team von General Atomics hat sich für ein Doppelrumpfkonstruktion mit in mittlerer Rumpfhöhe montierten Flügeln entschieden, um die Stabilität auf dem Wasser und das Seeverhalten zu optimieren. Es verfügt über einen verteilten Antrieb mit zwölf Turboproptriebwerken.

Das Ausgangskonzept von Aurora Flight Sciences ähnelt eher einem traditionellen Flugboot mit einem einzigen Rumpf, Flügeln als Schulterdecker und acht Turboprops als Hauptantrieb.

Auror spricht von einer erschwingliche Großserienproduktion und einen ausgedehnten maritimen Betrieb, auch bei hohem Seegang und in stark frequentierten Gebieten als Zielsetzung. Das Konzept sieht ein robustes und anpassungsfähiges Steuersystem vor. Gibbs & Cox ist ein Schiffbauunternehmen (Teil von Leidos).

In Phase 1 wird DARPA mit den Teams und dem US-erteidigungsministeriums zusammenarbeiten, um die Entwürfe für den Liberty Lifter zu verfeinern, wobei besonderes Augenmerk auf betriebliche Anforderungen und Betriebskonzepte gelegt wird. Der Vertrag für Phase 1 gilt für einen Zeitraum von 18 Monaten, davon zunächst fest bestellt sechs Monate für die konzeptionelle Arbeit und anschließend Optionen für neun Monate für die Reifung des Designs, die in einer vorläufigen Designprüfung gipfelt. Weitere drei Monate sind für die Fertigungsplanung und die Überprüfung der Test-/Demonstrationsplanung vorgesehen.

Es ist daran gedacht, Mitte 2024 in Phase 2 überzugehen, in der die detaillierte Konstruktion, Fertigung und Demonstration eines Liberty Lifter X-Plane in Originalgröße fortgesetzt wird. Die DARPA geht davon aus, dass sie für diese Aktivitäten und die weitere Entwicklung des Liberty Lifter-Konzepts zu einem einsatzfähigen Fahrzeug mit einem oder mehreren Dienststellen des Verteidigungsministeriums und internationalen Partnern zusammenarbeiten wird.

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