Die dreitägige Testreihe, ein wichtiger Meilenstein für die Freigabe zum Erstflug, habe Anfang Juni in einem Hangar in Toulouse stattgefunden, meldete Airbus. Der sogenannte Ground Vibration Test (GVT) weist nach, dass das Flugzeug sicher auf Schwingungen reagiert und dass sich die Struktur dadurch nicht aufschaukelt, was im Extremfall zum Bruch führen könnte.
Elektromotoren lassen es schwingen
Für die Tests werden am Rumpfheck (Sektion 19.1) und an den Triebwerksgondeln Schwingungsgeber installiert, Elektromotoren mit genau justierter Unwucht, die Sinuswellen erzeugen, sogenannte "Sweeps." In Verbindung mit den Steuerflächen des Flugzeugs, die ebenfalls periodisch ausschlagen, beginnt die Struktur zu zittern und zu schwingen. Obwohl dieser Ausschlag wenig spektakulär aussieht, entscheidet das Schwingungsverhalten darüber, ob das Flugzeug zum Erstflug zugelassen werden kann. Die computergesteuerten, praktischen Tests validieren die zuvor in der digitalen Konstruktionssoftware errechneten strukturellen und aeroelastischen Eigenschaften, also auch des Verhaltens in der umgebenden Luftströmung. Die Vorbereitungen dauerten zwei Jahre. Für den Schwingungstest wurde das Flugzeug mit den Schwingungserzeugern, deren Verkabelung, Sensoren und Messgeräten ausgestattet. Außerdem halfen die bereits installierten Messgeräte der Testinstrumentierung an Bord bei der Auswertung.
Daten-Ernte in Echtzeit
Das Test-Team überwachte den Schwingungstest in Echtzeit, aber führte vor der nächsten Testphase jeweils eine Auswertung durch. Deren Ergebnisse wurden direkt an die Konstruktionsabteilung weitergegeben, so das die dortigen Konstruktionswerkzeuge mit den real gewonnenen Daten kalibriert werden konnten. Laut Airbus ergab der Test "hochwertige" Ergebnisse und bestätigte die theoretischen Vorhersagen der Rechenmodelle. Für die Testreihe müssen die Airbus-Abteilungen für Endmontage, Flugsteuerung, Vibrationstests, Werkzeugentwicklung, Aeroelastik sowie "Mass Properties & Quality" (Gewichtsverhalten und Qualitätssicherung) eng zusammenarbeiten.
Sicherheit vor Erstflug und Flattertests
Nach dem erfolgreichen GVT-Test läuft derzeit eine Nachauswertung, bevor die nach dem Erstflug anstehenden Flattertests vorbereitet werden. In den ersten drei Monaten seiner Flugtestkampagne wird das Flugzeug an seine Höchstgeschwindigkeit und maximale Machzahl (VD/MD) gebracht, darunter durch Sturzflüge. Wann der Erstflug geplant ist, hat Airbus noch nicht verraten. Die 70,8 Meter lange A350F ist eine verkürzte Frachtversion des 73,78 Meter langen Airbus A350-1000.





