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Carlos Menendez San Juan (CC BY-SA 2.0)

Das langsame Ende des Airbus A340 in Europa

Auf dem absteigenden Ast Das langsame Ende des Airbus A340 in Europa

Ältere Airliner haben in der gegenwärtigen Krise einen schweren Stand. Das trifft auch auf den Airbus A340 zu. Der Vierstrahler landet bei immer mehr Betreibern auf dem Abstellgleis. Doch ein europäischer Carrier scheint dem Trend zu trotzen – zumindest vorerst.

Bei Iberia hat man sich längst entschieden: Der Airbus A340 hat bei Spaniens größter Airline keinen Platz mehr. Noch besitzt Iberia 14 Exemplare der größten Variante A340-600, die derzeit wegen der globalen Krise jedoch allesamt geparkt sind. Wie viele davon je wieder im Dienste der Spanier abheben werden, ist ungewiss: Die Corona-Pandemie war der letzte Sargnagel für die A340 bei Iberia, deren mittelfristige Ausmusterung ohnehin beschlossene Sache war. Nun wird sie entsprechend vorgezogen, wie Willie Walsh, Chef des Airline-Konzerns IAG, zu dem Iberia gehört, Ende März erklärte. Fast zeitgleich zu dieser Ankündigung verließ mit der 15 Jahre alten EC-JFX, Taufname "Jacinto Benavente", die insgesamt dritte A340-600 der Iberia die Flotte in Richtung Teruel, wo sie nun auf ihre Verschrottung wartet. Die ersten beiden Flugzeuge waren bereits Ende 2019 ausgeschieden. Dass die verbliebenen Vierstrahler wie geplant bis 2022 im Dienst bleiben, ist so gut wie ausgeschlossen.

Patrick Zwerger
Virgin Atlantic legte ihre letzten A340-600 Anfang März 2020 still.

Auf dem Abstellgleis

Mit der Entscheidung, die A340 früher als geplant aus der Flotte zu entfernen, steht Iberia keineswegs allein. In Europa setzen ohnehin nur noch wenige Airlines auf den vergleichsweise durstigen Vierstrahler – ein Trend, der durch die Corona-Pandemie zusätzlich an Fahrt gewann. So musterte Anfang März bereits die britische Virgin Atlantic ihre letzten drei A340-600 aus, drei Monate vor dem Plan. Anfang April kündigte zudem die Lufthansa an, als Reaktion auf die Krise unter anderem sieben ihrer 17 A340-600 sowie drei A340-300 vorzeitig aus dem Verkehr zu ziehen. Lufthansa ist aktuell der weltweit größte Betreiber der A340. Im Juli 2019 gab die Kranich-Airline bekannt, alle A340 bis 2025 auszumustern. Ob die Jets vor dem Hintergrund der derzeitigen Entwicklung tatsächlich so lange weiterfliegen dürfen, bleibt allerdings offen.

Lufthansa ist weltweit größter Nutzer der A340. Mindestens zehn der derzeit gegroundeten Vierstrahler - sieben A340-600 und drei A340-300 - werden aber nicht mehr in den Dienst zurückkehren.

Swiss-Chef glaubt an A340

Zumindest bei einer Airline des Lufthansa-Konzerns hat man die A340 indes noch lange nicht abgeschrieben: Für Swiss-Chef Thomas Klühr sind die fünf A340-300, die seine Airline noch besitzt, "die idealen Flugzeuge" für den Neustart nach der Krise. Das teilte Klühr jüngst seinen Mitarbeitern in einer Videobotschaft mit. Mit 224 Sitzen besäßen die Vierstrahler die perfekte Größe, bei vergleichbarer Reichweite mit der Boeing 777-300ER. Die Triple Seven fasst bei Swiss 340 Passagiere – und dürfte für die Anfangszeit damit zu groß sein. Erst im vergangenen Jahr haben alle A340 der Schweizer überdies neue Kabinen erhalten. Damit sind die rund 16 Jahre alten Airliner für die kommenden Jahre gerüstet.

Patrick Zwerger
Swiss setzt beim Neustart nach der Corona-Krise ausdrücklich auf die A340. Fünf A340-300 stehen bei den Schweizern in der Flotte.

Fast nur noch Charter-Betreiber

Nichtsdestotrotz ist der Airbus A340 auf Europas Flughäfen bereits vor der Corona-Krise immer mehr zur Rarität geworden. Neben Iberia, Lufthansa, Swiss und deren Schwester Edelweiss Air fliegen mit der spanischen Plus Ultra (zwei A340-300, zwei A340-600), der belgischen Air Belgium (vier A340-300), Hi Fly (sechs A340-300), Hi Fly Malta (vier A340-300) sowie der maltesischen Air X (eine A340-300) hauptsächlich Charter-Fluggesellschaften noch mit dem vierstrahligen Langstreckenjet. Außerdem nutzen die Regierungen Frankreichs und Deutschlands je zwei A340-300 als VIP-Flugzeuge. Scandinavian Airlines besitzt ebenfalls noch vier A340, die momentan allesamt am Boden stehen. Sie sollen spätestens 2021 verschwinden – vermutlich früher. Größter A340-Betreiber außerhalb Europas ist die iranische Mahan Air mit einer Flotte von fünf A340-300 und sieben A340-600. Insgesamt baute Airbus zwischen 1991 und 2011 von allen A340-Varianten 380 Exemplare, von denen 377 ausgeliefert wurden.