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Global SuperTanker

Boeing 747 kämpft gegen Waldbrände in Kalifornien

Fast Jahr für Jahr werden zahlreiche Weltregionen im Sommer von heftigen Waldbränden heimgesucht. 2020 macht da keine Ausnahme. In Kalifornien setzt man zum Löschen der Feuer auf das größte Löschflugzeug der Welt: die Boeing 747-400 von Global SuperTanker.

Seit Wochen brennen die Wälder im US-Bundesstaat Kalifornien, mehr als zwei Dutzend Brandherde sollen es derzeit sein. Trockenheit und Hitze bieten den Feuern einen perfekten Nährboden, um ihr Zerstörungswerk voranzutreiben. Das größte Feuer im Norden Kaliforniens hat bereits knapp 18000 Hektar Land in eine Aschewüste verwandelt. Tausende Feuerwehrleute kämpfen verzweifelt gegen die Brände. Nur mit größter Mühe gelingt es ihnen Schritt für Schritt, die Situation unter Kontrolle zu bekommen.

Papito (CC BY-SA 4.0)
Die Feuerlösch-747 wurde 1991 gebaut, flog zunächst als Passagierjet für JAL und später als Frachter für Evergreen International. Anfang 2016 erfolgte der Umbau zum Löschbomber.

Halsbrecherische Manöver

Eine wichtige Waffe im Kampf gegen die Feuersbrunst ist die Hilfe aus der Luft: Feuerlöschflugzeuge sind in Kalifornien seit Wochen im Dauereinsatz. Unter ihnen sticht ein Löschbomber ganz besonders heraus – schon allein wegen seiner Größe. Die Boeing 747-400 der US-Firma Global SuperTanker wurde Anfang August von Sacramento nach San Bernardino im Süden Kaliforniens verlegt. Seither steigt der als "Tanker 944" bezeichnete Vierstrahler mehrmals täglich auf, um über den brennenden Wäldern seine Schleusen zu öffnen: Der umgebaute Jumbo Jet kann auf einem einzelnen Flug bis zu 72700 Liter Wasser oder Löschmittel abwerfen. Acht Drucktanks im Hauptdeck leiten zu diesem Zweck ihren Inhalt direkt an die unter dem Rumpf angebrachten Sprühdüsen. Knapp über Baumwipfelhöhe geht es dabei direkt an die Waldbrände heran und in Geschwindigkeiten nahe am Strömungsabriss darüber hinweg. Wie halsbrecherisch das aussieht, zeigt ein kurzes Video, das seit einigen Tagen in den Sozialen Netzwerken die Runde macht.

Vom Passagierjet zum Frachter zum Löschbomber

Global SuperTanker setzt den "Tanker 944" seit 2016 regelmäßig ein – vorrangig in den USA. Einige Auslandseinsätze hat der einstige Umbaufrachter mit dem Kennzeichen N744ST, der seine Laufbahn 1991 als gewöhnlicher Passagierjumbo für Japan Airlines begann, allerdings auch schon auf dem Kerbholz. So half das Flugzeug im vergangenen Sommer dabei, die verheerenden Waldbrände im Regenwald von Bolivien unter Kontrolle zu bringen. In Chile und Israel kämpfte der Lösch-Jumbo ebenfalls schon gegen die Flammen. Jeder Flug in die Feuersbrunst kostet dabei rund 16000 US-Dollar. Doch Geld dürfte auch in Kalifornien beim Kampf gegen die Brände eine sekundäre Rolle spielen.