Chinas neues Seemonster wagt sich erstmals aufs Wasser Screenshot Youtube (Xinhua)
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Chinas neues Seemonster wagt sich erstmals aufs Wasser

Großflugboot AG600M Chinas neues Seemonster wagt sich erstmals aufs Wasser

China feiert sein Großflugboot AG600: Dessen zweiter Prototyp, neu designt und frisch gestrichen, ging jüngst auf Tuchfühlung mit seinem künftigen Revier: In der Provinz Hubei startete und landete er erstmals auf dem Wasser. Und trägt jetzt offiziell ein "M" im Namen.

Der Flughafen Zhanghe in Jingmen, 2018 eröffnet, liegt direkt am gleichnamigen Stausee. Das macht ihn besonders attraktiv für die Erprobung eines Flugzeugs, das in seinem späteren Einsatzalltag ebenso an Land wie auf dem Wasser zu Hause sein soll. So wundert es nicht, dass Chinas staatlicher Flugzeugbauer AVIC mit seinem neuen Großflugoot AG600M auf dem Airport Quartier bezogen hat.

Das Amphibium, viermotorig und bis zu 60 Tonnen schwer, startete am 31. Mai dieses Jahres an seinem Produktionsort Zhuhai, 1.200 Kilometer weiter südlich, zum Jungfernflug. Als Küstenstadt am Südchinesischen Meer böte Zhuhai dem Flugboot grundsätzlich zwar ebenfalls gute Bedingungen für Wassertests. Das Meer ist naturgemäß aber unruhiger als Binnengewässer im Landesinneren, weshalb AVIC für die Erprobung in der Frühphase den Zhanghe-Stausee vorzieht.

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Premiere für den zweiten Prototypen der Avic AG600: Zum ersten Mal ging das Flugboot in Jingmen auf Tuchfühlung mit Wasser.

Start vom Stausee

Um zu testen, wie sich die AG600M bei Start und Landung auf dem Wasser schlägt, verlegte AVIC die wuchtige Viermot deshalb nach Jingmen. Schon der erste Prototyp der AG600 war hier 2018 zu Wasser gelassen worden. Der deutlich überarbeitete Nachfolger, der seit seinem jüngsten Auftritt von chinesischen Medien offiziell als AG600M bezeichnet wird, rollte am 29. August erstmals vom Flughafengelände aus ins Wasser – und hob sich, getrieben von der Kraft seiner vier WJ-6-Turboprops, wenig später aus dem Stausee in die Luft.

Dem Wasserstart folgte ein kurzer Testflug von 18 Minuten Dauer – bevor die AG600M zur Landung abermals Kurs auf den See nahm, sanft aufsetzte und gischtspritzend an den Kameramännern der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua vorbeipflügte. Hersteller AVIC wertete den kurzen Ausritt als Erfolg, alles sei nach Plan verlaufen. In Kürze dürften deshalb weitere Wasserstarts und -landungen folgen.

Ziviler Zweck im Fokus

Deutlich betont man in China den nicht-militärischen Charakter des zunächst auch als Seefernaufklärer und Truppentransporter angepriesenen Amphibiums. Wie sich das Einsatzspektrum der AG600M in Zukunft tatsächlich gestalten wird, bleibt abzuwarten. Jedenfalls unterstreicht AVIC den zivilen Anspruch seines Projekts optisch durch den neuen, weiß-rot-gelben Anstrich sowie durch das zivile Kennzeichen B-ODCC. Als Löschflugzeug soll die AG600M zwölf Tonnen Wasser ins Zielgebiet bringen und über Brandnestern abwerfen können. Das ist dieselbe Menge, die auch das kleinere Jet-Flugboot Berijew Be-200 aus Russland aufnehmen kann.

Die Auslegung als Flugboot erlaubt beiden Mustern ein rasches und wiederholtes Auffüllen der Wassertanks. Allerdings besitzt die AG600M gegenüber der Be-200 eine höhere Reichweite und kann somit auch im Löscheinsatz länger in der Luft bleiben. Wie beim russischen Flugboot, so erfolgt auch bei der AG600M die Flugsteuerung mittels Fly-by-Wire.

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Die AG600M soll laut Plan bereits im kommenden Jahr für Feuerlöscheinsätze zur Verfügung stehen. 2025 könnten die ersten Serienflugzeuge auf den Markt kommen.

Bald schon einsatzfähig

AVIC gab im Zuge der Wassertests in Jingmen zu Protokoll, dass die AG600M schon ab dem kommenden Jahr für Löscheinsätze in China zur Verfügung stünde. Die offizielle Markteinführung des Flugboots peilen die Chinesen für 2025 an.

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