Jumbo-Abschied: Ex-Lufthansa-747-8 fliegt jetzt mit US-Kennzeichen

Jumbo-Abschied aus Deutschland
Ex-Lufthansa-747-8 fliegt jetzt mit US-Kennzeichen

ArtikeldatumVeröffentlicht am 16.01.2026
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Ex-Lufthansa-747-8 fliegt jetzt mit US-Kennzeichen
Foto: Patrick Zwerger

Ihren letzten Flug unter dem langjährigen Kennzeichen D-ABYD absolvierte die Boeing 747-8I der Lufthansa am 8. Januar. Unter der Flugnummer LH9930 ging es an diesem Tag für einen ausgiebigen Rundflug von Frankfurt aus über die Mitte Deutschlands mit Touch-and-go-Manöver am Flughafen Dresden. Eine Stunde und 46 Minuten war die "Yankee-Delta" dabei insgesamt in der Luft. Kurz darauf entfernten die Techniker in Frankfurt zunächst den Lufthansa-Schriftzug vom Rumpf und das gelbe Kranich-Logo vom Heck der 747. Kurz darauf war die 13,5 Jahre alte Maschine, die Hersteller Boeing im August 2012 fabrikneu an Lufthansa ausgeliefert hatte, dann auch ihre Registrierung los.

Inzwischen wird der Jumbo im US-Luftfahrtregister geführt – und hat am heutigen Freitag seine Reise in die neue Heimat angetreten. Mit dem Überführungskennzeichen N7478E startete er um 11:53 Uhr Ortszeit von der Startbahn 25C des Frankfurter Flughafens. Dieses Mal wird das Flugzeug deutlich länger unterwegs sein als am 8. Januar. Die Flugdauer bis zum geplanten Zielflughafen Bangor im US-Bundesstaat Maine ist mit rund acht Stunden berechnet.

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Erst Maine, dann Texas

Bangor, ganz im Nordosten der USA gelegen, ist allerdings nur Zwischenstation, um den nötigen Papierkram abzuwickeln. Dort wird die 747-8I verzollt und soll laut Flugplandaten diverser Tracking-Apps noch am Ankunftstag weiter nach Waco in Texas fliegen.

Wie es dann konkret für die einstige "Yankee-Delta" weitergeht, ist noch nicht offiziell bekannt. Über kurz oder lang wird das rüstige Gebrauchtflugzeug bei der US Air Force als Teilespender für andere Boeing 747-8I enden, deren Umbau für militärische Zwecke derzeit im Gange ist. Allen voran sollen zwei (eigentlich für die russische Transaero gebaute) 747-8I unter der Militärbezeichnung VC-25B künftig als Präsidentenflugzeuge dienen. Die Umrüstung der eingelagerten Flugzeuge hat sich in der Vergangenheit jedoch wiederholt verzögert. Nach aktuellem Stand könnten sie Mitte 2028 fertig werden.

Zudem hat die Sierra Nevada Corporation als Vertragspartner der US Air Force insgesamt fünf 747-8I von Südkoreas Flag Carrier Korean Air gekauft. Sie sollen zu "Weltuntergangsflugzeugen" des Typs E-4C werden und in dieser Funktion als fliegende Kommandoposten die betagten E-4B der US-Luftwaffe ablösen.

"Junge Gebrauchte" für die US Air Force

Um diese zukünftige Flotte im Betrieb bestmöglich abzusichern, ist das US-Militär weltweit auf der Suche nach nutzbaren Gebrauchtflugzeugen, da Boeing die 747 seit 2023 nicht mehr neu produziert. Neben der D-ABYD geht auch ein zweiter Lufthansa-Jumbo an die US Air Force – die 13 Jahre alte D-ABYG. Deren Übergabe ist für den Herbst dieses Jahres vorgesehen.

Bevor sie zugunsten der neuen "Air Force One"-Maschinen und der E-4C-Flotte ausgeschlachtet werden, sollen die von Lufthansa gekauften Exemplare jedoch noch für Ausbildungs- und Trainingsflüge herhalten, wie es heißt.